Zwischen italienischem Flair und Gangster-Rap

von Redaktion

„Abrisspartys“, Regen-Ponchos und doch ein Hauch von Dolce Vita: Der Kultursommer 2025 in Tüßling war ein Widerspruch mit Stil. Doch welches Fazit zieht der Veranstalter?

Tüßling – Während im vergangenen Jahr noch Howard Carpendale und Kerstin Ott, die Fantastischen Vier, Pizzeria & Jaus, die Spider-Murphy-Gang und Status quo über 25000 Besucher zum Kultursommer in Tüßling locken konnten, waren knapp 365 Tage später „nur“ drei Konzerte geboten. Von Donnerstag bis Sonntag – mit einer Pause am Samstag – wurde die kleine Gemeinde allerdings mal wieder zur Musik-Hochburg.

Deichkind eröffnet
Veranstaltungsreigen

Den Auftakt machte die Hamburger Band Deichkind, die mit rund 4500 Feierbiestern den Schlossgarten in ein wahres Tollhaus verwandelte. Kein Konzert, sondern viel eher ein „Abrisskommando mit Beatmaschine“. Die Zuschauer zeichneten ein tolles Bild: Einhörner auf dem Kopf, bunte Plastik-Ponchos im 5XL-Format, dreieckiche Gesichtsmasken und Hüte, Menschen-Mumien mit Baseball-Kappe.

Mit legendären Hits wie „Leider geil“ oder „Remmidemmi“ feierte der Kultursommer eine Mega-Party zur Eröffnung, die nur erahnen ließ, was in den nächsten Tagen noch auf die Besucher zukommen sollte. Schon am Samstag stand der Höhepunkt auf dem Programm. Die Anlage platzte nahezu aus allen Nähten, war das zweite Konzert doch seit Monaten bereits restlos ausverkauft und die Freude darauf riesig gewesen. Warum? Weil Rap-Ikone Sido der beschaulichen 3300-Seelen-Gemeinde einen Besuch abstattete und dort weitermachte, wo Deichkind zuvor aufgehört hatte. Der 44-Jährige brachte nämlich die knapp 9000 Fans zum Toben und performte sämtliche Klassiker, wie beispielsweise „Bilder im Kopf“. Das schlechte Wetter mit teils schweren Regenfällen tat der Party-Laune dabei keinen Abbruch: „Die Stimmung war immer hervorragend“, verrät Veranstalter COFO-Entertainment auf Anfrage der Heimatzeitung.

Nach zwei Hardcore-Konzerten sorgten Roy Bianco & die Abbrunzati Boys am Sonntag für einen emotionalen Abschluss. Die Schlagerband ließ einen Hauch von Italien durch Tüßling wehen und feierte mit den „Schlagerstrudel-Fans“ die Schönheit der Adria.

Doch welches Fazit zieht nun Veranstalter Oliver Forster? „Wir haben auch in diesem Jahr gesehen, dass sowohl die Auswahl der Künstler als auch die Treue zu den beiden Locations wieder mal absolut ins Schwarze getroffen haben – eigentlich wie jedes Jahr“, erklärt er mit Blick auf beide Veranstaltungsorte in Tüßling und auf dem Kapellplatz in Altötting. Denn mit 21000 Musikbegeisterten, davon alleine 9000 bei Sido, war der Schlosspark in Tüßling mehr als nur gut gefüllt.

Das Schönste sei aber, wenn „sich die Besucher an wunderbaren Konzerten erfreuen können, unvergessliche Sommerabende erleben und mit Vorfreude aufs nächste Jahr nach Hause gehen“, so Oliver Forster. Für das „Organisationsteam und alle Beteiligten, die diese Veranstaltungen möglich machen“, treffe dies Jahr für Jahr zu. Die Vorfreude auf 2026 sei auf jeden Fall schon riesig, auch wenn man noch „keine Namen“ nennen könne.

Sponsoren
rundum zufrieden

Auch die Sponsoren zeigten sich rundum glücklich mit dem Verlauf der Veranstaltungen: „Einmal mehr konnten wir den Besuchern aus nah und fern ein abwechslungsreiches Programm bieten. Nach so vielen Jahren Erfahrung und hervorragender Zusammenarbeit mit dem Veranstalter COFO Entertainment, der Stadt Altötting und der Schirm- und Schlossherrin, Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel, in Tüßling ist das unser Anspruch – und dem konnten wir wieder mehr als gerecht werden“, erklären die zufriedenen Wolfgang Altmüller, Vorstandsvorsitzender der meine Volksbank Raiffeisenbank, und Vorstandsmitglied Reinhard Frauscher.

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