Wenn Musiker ihre Lieblingsstücke spielen

von Redaktion

„Avin Trio“ begeistert im Carl-Orff-Saal – Langanhaltender Beifall für junge Musiker

Töging – Bald könnte der Carl-Orff-Saal in der Grünewaldstraße zu klein werden, denn die Angebote der Stadt Töging an klassischen Konzerten gewinnen eine immer größer werdende Klientel an Liebhabern dieser Musikrichtung. Hinzu kommt, dass die Vortragenden stets junge, bereits vielfach preisgekrönte Künstler sind. So war es kaum verwunderlich, dass der Saal fast bis auf den letzten Platz gefüllt war, als die Organisatorin der Sommerkonzerte, Elke Grimm, das bereits 2019 gegründete „Avin Trio“ vorstellte.

Auf ihre Weise stellten sich die Musiker selbst vor – erst verbal, dann instrumental. Die Musiker führten unterhaltsam in die Werke ein, so Cellist Michael Schmitz bei Beethovens Klaviertrio in D, dem „Geistertrio“, die Pianistin Josefa Schmid bei Rerbecca Clarkes Klaviertrio und die Violinistin Veronika Rädler mit dem viersätzigen Klaviertrio Nr. 2 in C von Johannes Brahms.

So genossen die Besucher zunächst den ersten Satz von Beethovens Klaviertrio. Die Stimmigkeit und Harmonie, mit der das „Avin Trio“ an diesem Abend die vielen plötzlichen Wechsel an Tempi und Vortragsweisen traumhaft meisterte, erklärt, warum dieses Trio schon zahlreiche Auszeichnungen vorweisen kann. Den besonders langsamen zweiten Satz trug das Trio ausdrucksvoll vor. Der wieder sehr lebhafte dritte Satz klang nahezu spielerisch.

Komponisten schildern in ihren Werken Stimmungen, erzählen Erlebnisse oder sie malen Bilder, die sie mit Noten und Vortragszeichen niederschreiben. Das Avin Trio verstand es ausgezeichnet, die mit Noten geschriebenen Geschichten mit ihren Instrumenten in wunderbare Klangbilder zu übersetzen. Sie taten dies mit einem Können und Empfinden. Unruhe, Aufruhr, Industrielärm, einkehrende Ruhe, Selbstvertrauen, Verständnis und alle Stufen dazwischen konnte man bei Clarkes Trio wahrnehmen. Unterschiedliche Tageszeiten, alltägliche Gemütsempfindungen, Wettererscheinungen, Hektik oder Ruhe in vielen Variationen kamen in Brahms Opus zum Ausdruck.

Die Zuhörer dankten nach jedem Werk mit langanhaltendem Beifall. Als Zugabe spielten die Musiker Brahms unsterbliches Wiegenlied „Guten Abend, gut Nacht“.

Das nächste Kammerkonzert findet im Orffsaal am Samstag 22. November, statt mit dem „Duo Saraswathi-Nowak“. nz

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