von Redaktion

Humor mit Gerhard Polt und Wellbrüdern im Mühldorfer Stadtsaal

Mühldorf – Seit Monaten schon war der Mühldorfer Stadtsaal bis auf den allerletzten der 752 Plätze ausverkauft als am vergangenen Sonntagabend Gerhard Polt und die Wellbrüder aus dem Biermoos angesagt waren. Nach der Begrüßung durch Organisatorin Andrea Müller marschierten die vier Künstler mit der Biermöslblosnmusik ein. Vorneweg der quirlige, mega polyinstrumentale Stoffl mit dem Dudelsack. Auch seine Brüder Michael und Karl glänzten auf verschiedensten Musikinstrumenten.

Funke zum
Publikum lodert

Beim Vorstellen sprachen sie im Triologe, also abwechselnd nacheinander. Flott verglichen sie ihre Heimat Hausen mit vielen bekannten Orten und fanden zum Publikum sofort „den Draht“. Sie beendeten ihre erste Nummer mit etlichen G´stanzln über die Welt und die Heimat. Gleich anschließend wunderte sich Gerhart Polt über das, was „sich die erlauben!“. Und da nannte er Konzerne und Behörden ohne jedes Blatt vor dem Munde. Er sagt´s halt, wia´s is, und so isses halt! Und wie er das sagt, das kann nur er. Er hält Kontakt zu den Wells, aber der Funke zum Publikum, der lodert ununterbrochen. Polt bewegt sich nicht viel, aber das bisserl sagt viel. Gerade dadurch erschallen im Saal spontane Lachsalven. Natürlich erzählt er auch, was er sich selbst erlaubt hat. Im Nachhinein gestand er da auch Fehler ein.

Die Kinder und Enkel machen ihm Sorgen, weil sie unwissend sind und nichts lernen, und Minderheiten, die es nicht braucht, die aber immer dagegen sind. Er fürchtet, diese könnten die Mehrheit werden, derweilen bräuchten sie nur zur Mehrheit gehen und still sein. Insgesamt hat er eine Menge Bemerkungen, die doch zum Nachdenken anregen.

Dann sind wieder die Wellbrüder dran. Sie erzählen von einem Feuerwehrfest im Heimatort. Sie übertreiben und sind komisch. Dafür ernten sie viel Gelächter. Aber für ihre Musik lösen sie Bewunderung aus. Teile aus Händels Feuerwerksmusik erklingen in tollen Variationen und klingen wie von einem großen Orchester mit Streichern, Bläsern und Solisten gespielt. Dann wieder erklingt der Alpera-Jodler, anschließend ein Jazzstück aus ihren drei Alphörnern, die bis ins Publikum reichen. Sie haben Unmengen an Instrumenten dabei, die meisterlich erklingen. Alle Instrumente sind allerdings nicht gesellschaftsfähig. Aber dann dienen sie zur Illustration klerikaler Umstände.

Polt ist auch ein vielfacher Stimmenimitator, besonders, wenn er Allüren des hanseatischen Besitznehmers eines Tegernsee- Grundstückes beschreibt.

Singen wie
ein Heldentenor

Und singen kann er wie ein Heldentenor! Ein bisserl Politik, Oktoberfest, Alltagsleben, Altwerden und anderes waren abwechselnd Thema der vier Künstler an diesem Abend. Die Wells brachten zusätzlich Showteile, Potpourris und Gstanzl, die im Saal ebenfalls Stürme auslösten. Und als nach zwei Zugaben 750 Besucher stehend Applaus spendeten, wirkten diese Vollprofis sichtlich gerührt.

Den Draht zum Publikum gefunden

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