Begeisterungsstürme für Simon & Garfunkel

von Redaktion

Die Tribute-Formation Graceland im Waldkraiburger Haus der Kultur – Standing Ovations für Thomas Wacker und Thorsten Gary

Waldkraiburg – Sicher hätten die Fans, die sich in Waldkraiburgs Haus der Kultur zum Konzert des Duos Graceland einfanden, lieber die Original-US-Folk- Rocker Paul Simon und Art Garfunkel auf der Bühne gesehen. Deren Karriere hatte 1957 begonnen, war verschlungene Wege gegangen. Doch ihre zeitlosen Songs faszinieren heute noch Jung und Alt. Zwar überwogen im Publikum die „Silberdisteln“, jedoch füllten die allerletzten Plätze im Saal auch zahlreiche jüngere Musikliebhaber.

Seit 2012 beschäftigen sich Thomas Wacker als Paul Simon und Thorsten Gary als Art Garfunkel mit deren Musik und sie entdeckten sehr schnell, wie einzigartig ihre Lieder, ja Ohrwürmer sind.

Dies bewiesen sie gleich mit „Homeword Bound“ des vom Heimweh nach dem Central Park geplagten Simon, fast zu gewaltig dabei Stimmen und Gitarrenklänge der beiden Künstler, verstärkt noch von ersten Bravo-Rufen aus dem Publikum. Nach einer gescheiterten Ehe entstand das fast jammernde „Hearts and Bones“, mit dem das Duo geschickt die Spannung weiter steigerte. Das nächste Lied ließ erste Anklänge an „Sound of Silence“ verspüren und weitere Spannung wurde erreicht, als Thorsten Gary zum Mitsingen bei der Ballade „The Boxer“ aufforderte, in der beim Kämpfer die Frustration Simons über an ihm geübte Kritik zum Ausdruck kam. Sehr gefühlvoll demgegenüber ‚Scarborough fair‘ nach einem englischen Volkslied, in dem ein Liebespaar sich gegenseitig Aufgaben stellt. Dass das Duo auch gute eigene Musik produziert, bewies es mit ‚Follow me‘, einem melodischen, schwungvollen Song, mit dem das Publikum in die Pause entlassen wurde.

Mit „A hazy shade of winter“ folgte ein nostalgischer Blick auf den Jahreszeitenwechsel, eine Ballade, die auf einer Fahrt im Greyhoundbus durch Amerika entstand. Ein weiterer Höhepunkt deutete sich an, als der sehr auskunftfreudige Thorsten Gary von „El condor pasa“ und den über 4000 verkauften Alben erzählte, die Garfunkels Solo- Karriere begründeten. Dabei erwies er sich zum wiederholten Mal auch als der bessere Sänger des Tribute- Duos.

Dies galt besonders auch beim berühmten „Bridge over troubled Water“, bei der man nicht nur das aufgewühlte Wasser rauschen, sondern auch so manchen Besucher mitsummen hörte. Und erneut kochte die Stimmung hoch bei „Mrs. Robinson“, ein Stück, das als Soundtrack des Films „Die Reifeprüfung“ mit Dustin Hofmann entstanden war: „Hello darkness, my old friend, I‘ve come to talk with you again“, was andeutungsweise auch wieder im Publikum zu hören war. Begeisternd danach die Zugabe „Cecilia, you are breaking my heart“ mit dem deutlichen Hinweis auf die Launen musikalischen Ruhms.

Nicht enden wollte der stürmische Applaus, dem Thomas Wacker und Thorsten Gary den Love-Song „So you see I have come down“ folgen ließen. Er deutet sicher auch so manche einsame Stunde eines ständigen Tournee-Lebens an. An diesem Abend jedoch wurde dies beim Duo sicher durch Standing Ovations des Publikums stark gemildert. Erika Fischer

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