Mühldorf – Sehr gut besucht war das 45. Mühldorfer Adventssingen in der Frauenkirche am Stadtplatz, zu dem die Kreisheimatpflege im Landkreis Mühldorf eingeladen hatte. Unter der Führung und Gestaltung der Mühldorfer Musiklehrerin Pia Keil wurden die Zuhörer musikalisch und von Dekan Klaus Vogl mit Worten durch das adventliche Geschehen geführt. Die Lieder und die Musik helfen, so Dekan Vogl, sich auf Weihnachten vorzubereiten.
Eingebettet waren die Texte in überlieferte und neu gestaltete adventliche Lieder der Flossinger Sängerinnen und in Musik in verschiedenen Besetzungen mit Saiteninstrumenten und Flöten. So sang der Flossinger Frauendreigesang mit homogenen, reinen und klaren Stimmen Lieder von der Verheißung des Erlösers, von der Botschaft des Engels an Maria, von der vergeblichen Bitte um Aufnahme in eine Herberge in Bethlehem und von den Hirten, die freudig ihre geringen Habseligkeiten dem neugeborenen Kind zur Krippe bringen.
Mit Zither, Harfe, Hackbrett und Gitarren sowie mit Blockflöte und Geige und sogar mit Schwegeln ertönten dazu gekonnt in verschiedenen Besetzungen und vielfacher Klangvariation vertraut klingende Melodien aus der süddeutsch-alpenländischen Überlieferung seit 1800.
Therese und Anderl Keil mit Harfe und Gitarre sowie Pia und Andreas Keil mit Zither und Geige erfüllten den Kirchenraum als Familienmusik in harmonisch abgestimmter Weise mit einem Menuett von Mozart, einer Weihnachtsmusik aus Polling, dem Salzburger Tänzchen von Tobi Reiser sowie ein selten gehörtes „Nationalmenuett aus der Sammlung Karl Horak. Maria Strasser und Pia Keil ließen mit zwei gut gestimmten volltönig klingenden Hackbrettern und mit Martin Lamprecht an der Gitarre in virtuosem Zusammenspiel das Mineth aus Chrobold, eine Pastorelle, alte steyerische Tänze und einen Weihnachts-Boarischen erklingen. Therese Keil und Martin Lamprecht spielten in ruhiger Weise „Ein bisschen Gitarre“ von Wolfgang Neumüller.
Eine Rarität waren zwei sauber eingestimmte Schwegeln mit einem Almerer und dem „Zirler Goaßer“ aus der Sammlung von Martin Lamprecht, geblasen von ihm mit Monika Baumgartner. Eine Freude waren drei Flötenkinder, die mit Pia Keil die Volksweise „Kommet ihr Vögelein“ gekonnt vortrugen. Dazu ließ sich auch ein Wasserpfeifen-Vögelein hören.
In fast atemloser Stille lauschten die Zuhörer dem Adventssingen, um am Schluss in das Lied einzustimmen, das seit über 40 Jahren zum Ausklang gesungen wurde: „Nun freuet euch Menschen auf Erden“, das im rumänischen Banat von dort angesiedelten Böhmerwäldlern gesungen wurde.
Mit lang anhaltendem, kräftigem Applaus dankten die Zuhörer den Mitwirkenden für das eindrucksvolle und stimmungsvolle, sang- und klangreiche 45. Adventssingen in der Mühldorfer Frauenkirche.