Mit da scheena Carmen aufs Garser Volksfest

von Redaktion

„Opern amoi anders“ mit „Aida“, „Der Freischütz“ und „Carmen“ im Kulturschupp’n

Mühldorf – Einen souveränen Auftritt legte das Ensemble von „Opern amoi anders“ im Kulturschupp’n hin – und das zum bereits zum zweiten Mal. Brigitte Oberkandler, Max Dietrich und Dr. Hans Küsters trugen – sehr lustig – den Inhalt berühmter Opern in Reimform vor – und das in schönstem Bairisch. Dazu wurden sie musikalisch bestens begleitet vom „Trio Tonale“. Dahinter verbergen sich Gerlinde Hofmann an der Bassgitarre, Ernst Hofmann am E-Piano und Stefan Schrag am Saxofon.

Das Ensemble feiert heuer sein zehnjähriges Jubiläum. In diesen zehn Jahren führten sie 30 Opern auf ihre ganz eigene Art auf. Für das Publikum in Mühldorf hatten sie drei berühmte Werke mitgebracht: „Aida“, „Carmen“ und „Der Freischütz“.

Los ging es mit „Aida“, vom Sextett auch „Zickenkrieg am Nil“ betitelt, denn „es geht um Liebe, Eifersucht und Verrat, am Ende ist es desolat“. In den vier Akten dieses tragischen Dramas gibt es Krieg zwischen Ägypten und Äthiopien. „Feldherr Radames soll die Äthiopier schlagen – ihnen geht es an den Kragen“. Es entwickelt sich eine verbotene Liebe zwischen der äthiopischen Sklavin Aida und dem ägyptischen Feldherrn Radames, der auch von der ägyptischen Pharaonentochter Amneris begehrt wird. Zu einer Verbindung mit Amneris lässt Radames verlauten: „Lieber beiß ich mich in den A…., sagt der Radames dann barsch“. Hin- und hergerissen zwischen den beiden Damen bittet der Feldherr die Göttin Isis um Hilfe: „Ich versprech‘, ich opfer‘ dir – drei Kamele und an Stier“.

Zwischen den einzelnen Akten spielt immer wieder das Trio Tonale auf, unter anderem den bekannten Triumphmarsch aus der Oper. Diese endet tödlich, als Aida und Radames bei lebendigem Leibe in einer Gruft eingemauert werden. Max Dietrich zieht das Fazit: „Im Krieg gibt es nur Verlierer – doch leider wissen die Mächtigen das nicht.“

Weiter geht es mit dem „Freischütz“. Darin muss der junge Jäger Max um die Hochzeit mit seiner Verlobten Agathe, der Tochter des Oberförsters, kämpfen: „Der Forstamtsboss heißt Kuno – seinen Namen jeder kennt, denn er erschoss den Bären Bruno.“ Dazu soll der Max in der Freinacht in der Wolfsschlucht einen Probeschuss bestehen. Max wird durch den zwielichtigen Kaspar zum Gießen von magischen Freikugeln mit dem Teufel Samiel verführt. Durch diesen Pakt erzielt er sechs perfekte Treffer, die siebte Kugel aber ist tödlich und für Agathe bestimmt. Letztendlich wendet sich das Schicksal: Nicht Agathe wird getroffen, sondern Kaspar. Dennoch soll Max verbannt werden: „Von mir aus gehst du zu die Preissen, von mir aus kannst du die besch…“ heißt es da.

Am Ende wird die Verbannung von Max in ein Probejahr umgewandelt: „Hauptsach‘ bleibt der Max in Bayern, dann kenna mir die Hochzeit feiern.“ Ein Fazit für Agathe und Max: „Leben tun sie lang schon nimma – doch den Freischütz gibt’s noch immer.“ Auch bei dieser Oper spielt das Trio Tonale zwischen den Akten geniale Überleitungen. Nach der Pause geht es mit „Carmen“ weiter. Die umschwärmte, selbstbewusste Frau trifft den Polizisten Sepp (im Original heißt er Don Jose und ist ein Soldat), einen Mann, der ihr rettungslos verfällt, sie durch seine Liebe aber auch einengt. Im Original spielt die Oper in Sevilla, hier wird sie nach Oberbayern verlegt, Carmen und Sepp gehen zum Beispiel nach einer heißen Liebesnacht auf das Garser Volksfest. Carmen ist eine schöne Frau: „Sie ist von Kopf bis Zeh – einfach schee. Mit großen Batzelaugn – die Männer auf ihren Ausschnitt schaugn. Zu sehen gibt’s grad gnua – alles echte Natur.“ Das Trio Tonale spielt hierzu zum Beispiel „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ oder auch „Wiener Blut“. Im Konflikt zwischen ihrer Freiheit und dieser Liebe entscheidet sie sich für die Freiheit – mit tödlichen Konsequenzen. Das Fazit des Ensembles: „Drum, Männer, geht’s um eine Frau – dann schaut’s genau!“

Eine Zugabe gab es noch obendrauf – „weil wir vor zehn Jahren auch eine gegeben haben“, teilt Dr. Hans Küsters lapidar mit. „Madame Butterfly“ beschließt einen Abend, an dem man sich wirklich gut unterhalten gefühlt hat. Hans Rath

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