Vom Wolferl, Nannerl und Pimperl

von Redaktion

Die Philharmonie Salzburg gastiert in Mühldorf mit Geschichten des jungen Mozart

Mühldorf – Sehr gut war der Stadtsaal in Mühldorf vergangenen Sonntag besucht: Kinder ab vier Jahren lauschten gemeinsam mit ihren Eltern, Großeltern, Tanten und Onkeln der Philharmonie Salzburg. Dieses spielte Stücke von Mozart unter Leitung der Dirigentin Elisabeth Fuchs. Vier Schauspieler führten die Zuschauer in das Leben vor rund 250 Jahren ein.

Kaiserin Maria Theresia
abgebusselt

Leopold Mozart kehrt mit seinen Kindern Wolferl und Nannerl von einer Reise nach Wien zurück nach Salzburg. Mutter Anna ist derweil abwesend, aber Naira Ganev als Hündin Pimperl begrüßt die drei überschwänglich. Dieser berichten die Reisenden über ihre Auftritte und den Besuch bei der Kaiserin Maria Theresia. Das Wunderkind Wolfgang sei auf den Schoß der Monarchin gesprungen und habe sie gebusserlt. So ganz nimmt es das Publikum dem Schauspieler Niklas Mischkulnig nicht ab. Überliefert ist dies zwar vom damals sechsjährigen, jedoch ist der Darsteller rund fünf Jahre älter. Anders lässt sich das auf der Bühne jedoch nicht umsetzen, spielt doch der Schauspieler zudem vor dem Publikum Violine.

Gemeinsam mit dem Publikum und mit Begleitung des Orchesters singen die Darsteller witzige Kompositionen, beispielsweise die über den eselhaften Martin. Das gelingt sogar im Kanon. Es folgt elegantes und freies Tanzen mit den Zuschauern.

Während die Geschwister mit ihrer Pimperl im Garten spielen oder diese von Hundefängern befreien, spielen die Philharmoniker berühmte Stücke. Vater Leopold schreibt derweil Briefe an seine Frau oder stimmt die Arie der Königin der Nacht aus der Zauberflöte an. Sein hoher Gesang endet in einer Mischung aus Singen, Kreischen und Husten, was dem jungen Publikum sehr gut gefällt.

Zusätzlich zu den humorvollen Beiträgen erklären Vater und Tochter dem Publikum kurzweilig die Sonaten-Hauptsatzform. Der Papa bleibt dabei sachlich, damit es die Erwachsenen verstehen. Nannerl beschreibt es am Beispiel vom Kuchenbacken: Eine Komposition beginnt mit der Exposition, vergleichbar mit dem Hinzufügen von Zutaten. Es folgt die Durchführung, Nannerl nennt es Durchrührung. Die Reprise vergleichen die beiden mit dem Backen des Kuchens im Ofen. Schließlich entlassen die Künstler nach 55 Minuten ihr amüsiertes Publikum. Dieses hat nun den – wahrscheinlich nicht verifizierten Leitspruch – der Familie Mozart verinnerlicht: „Übung macht den Meister. Und Meister sein macht Spaß“. Am 12. April gastieren die Salzburger wieder in Mühldorf. Dann nehmen sie das Publikum mit auf die Reisen von Don Quixote.

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