Wenn der Optimismus Falten wirft

von Redaktion

Begeisternder Auftritt von „ZechFreiStil“ im Kulturhof Mettenheim

Mettenheim – Fast wie ein Familientreffen mutete das Konzert des harmonischen Quartetts an. Ein Großteil des Publikums kannte die Flötistin Anette Petz die Gitarristin Berni Heinrich, die Kontrabassistin Magdalena Kufer und den Harmonikaspieler Christopher Zeiser bereits. Entsprechend entspannt sprachen die Musikerinnen und der Hahn im Korb über ihre Lieder und Musikstücke, die teils aus eigener Feder, teils von Hans Schröpfer, Martina Schwarzmann, Josef „Bäff“ Piendl oder Fredl Fesl stammen. Letzterem widmeten die Vier einen eigenen Teil des Programms, sehr zur Freude und Rührung von Fesls Witwe Monika im Publikum.

Große stilistische
Bandbreite

Stilistisch bewegt sich die „Wirtshausmusik“ von „ZechFreiStil“ zwischen bayerischer Tradition, 60er-Jahre-Schlager, Musikkabarett und zeitgenössischem Dialektlied, zwischen karibisch anmutenden Rhythmen, Swing und rockigen Anteilen. Das ungezwungene Blockflötenspiel, der swingende Bass, das virtuose Harmonikaspiel und die Gitarrenklänge wirkten leicht und vielfach zu Herzen gehend. Eine Spezialität von „ZechFreiStil“ ist das Spiel mit Worten: Das Lied „Ebbs“ (Etwas) besingt die Konsumgesellschaft, aber auch, durch den Wortgleichklang mit „Apps“ die Abhängigkeit von sozialen Medien. „A nette’s Stückl“ heißt der Walzer, den Christopher Zeiser für Anette Petz geschrieben hat.

Das bunte Programm zwischen Liedern zu Alltags- oder Alterssituationen („Das Faltenlied“) und eingängien Musikstücken („Optimismus“) wirkte unter anderem wegen der Zusammenstellung und dem Spiel mit verschiedenen Stimmungen äußerst kurzweilig. Mal ausgelassen, fast albern, dann aber auch wieder nachdenklich sorgte das Quartett dafür, dass sich wohl jeder im Publikum direkt angesprochen fühlte.