Für vegane Steuer zum Schutz heimischer Leberkässemmeln

von Redaktion

Luise Kinseher alias Mary from Bavary tritt im Haberkasten auf – Fünf Künstler auf dem Brettlboden

Mühldorf – Kürzlich präsentierte Michael Altinger in Mühldorf gleich fünf Künstler auf seinem Brettlboden. Bereits im Vorfeld war der Haberkasten ausverkauft. Das Programm entlarvte unter anderem juristische Sprachverwirrungen.

Als Höhepunkt trat Luise Kinseher in der Rolle von Mary from Bavary auf. Darauf hatte das Publikum gewartet: Sie trug ihren geblümten Morgenmantel und wedelte mit ihrer pinken Federboa. Dazu nuschelte sie immer wieder über ihre Liebe zu David Hasselhoff und Hamster Muckl.

Doch tiefsinnige Themen verband die Künstlerin geschickt mit Banalem. Sie kritisierte Donald Trumps Politik, informierte über dessen Berater Peter Thiel und sein Unternehmen Palantir sowie dessen Überwachungssoftware. Und schon sprang Kinseher zurück in die lokale Politik, nannte Markus Söder einen Food-Influencer und schlug eine Steuer auf vegane Burger vor. Zum Schutz der heimischen Leberkässemmeln. Das Publikum war höchst amüsiert.

Die anderen Künstler standen dabei keineswegs im Schatten der Künstlerin. Werner Koczwara trat als Erstes an diesem Abend auf und nahm die Justiz auseinander. Der 68-jährige Schwabe zitierte aus aktuellen wie ausgedienten Paragrafen und erwähnte kuriose Urteile. So hatte 1967 in einem Urteil der Beischlaf der Frau in Opferbereitschaft zu erfolgen. 1949 erhielt eine Frau Teilschuld an einem Autounfall, den ihr Mann verursacht hatte. Die Begründung des Gerichts: Bekanntlich würden Frauen viel reden und damit den Fahrer ablenken. Verrückte Grenzsteine und abgefahrene Gleise nahm der Kabarettist ebenfalls in Augenschein sowie Absurditäten bei der Eheschließung, kindliche Mithilfe im Haushalt und das Reiserecht.

Der Abend bot nicht nur musikalische Untermalung des Gitarristen Andreas Rother, auch Michael Altinger sang und spielte Gitarre. In seinem Lied besang er seine Geduld beim Warten auf die Ehefrau. Das passte nur leider gar nicht so zu dem Abend. Wie es passender geht, zeigte das Comedy-Ensemble Luksan Wunder. An diesem Abend vertraten Sandro de Lorenzo und Charlotte Hübsch die Gruppe. Den Auftritt begleiteten Videos, garantiert KI-frei. So kündigte es zumindest das erste Video der Künstler an. Doch eine gezeigte Hand mit sieben Fingern ließ schnell daran zweifeln.

Das Duo sang unter anderem neue Texte zu Musikvideos aus der Jahrtausendwende. Auch die Nachricht über eine Katze in einer Baumkrone in verschiedenen journalistischen Formarten moderierte Hübsch mit Videountermalung. Der Abend sorgte mit dem breit gefächerten Comedy- und Satire-Genres für reichlich Muskelkater der Bauchmuskulatur.

Der nächste Brettlboden findet in Mühldorf am 22. September statt. Luise Kinseher gastiert als Mary from Bavary am 11. Dezember im Haberkasten. Jessica von Ahn

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