Mühldorf – Im Haberkasten trat jüngst der deutsch-dänische Sänger Jesper Munk – er lebt in Berlin – mit seiner Band „Cassette Heads“ auf. Das sind drei Musiker, deren Namen bei den wenigen sprachlichen Äußerungen von Jesper Munk weder akustisch noch inhaltlich zu verstehen waren. Auch findet man diese nicht im Internet. Es handelt sich bei „Cassette Heads“ zumindest um einen Schlagzeuger, einen Gitarristen und einen Musiker am E-Piano.
Die Band begann den Abend etwas verspätet mit drei instrumental gespielten Liedern, eine Begrüßung fehlte leider gänzlich.
Zuvor war der angekündigte Support von Paul Holland entfallen – ohne jeglichen Kommentar. Danach turnt Jesper Munk auf die Bühne, ganz in Schwarz gekleidet, inzwischen mit kurzen Haaren anstatt wie früher mit einer lockigen Mähne. Er eröffnet wie folgt: „Schön, dass ihr euch Zeit genommen habt an diesem Freitag. Freitag, oder? Ich weiß zwar, wo wir sind, aber nicht wann.“
Jesper und seine Band spielen Lieder aus ihren jüngsten beiden Alben. Einmal gibt es da „Yesterdaze“. Bei „Ivory tower“, dieses Lied stammt von der CD, damit ist ein Elfenbeinturm gemeint, stellt sich in der zweiten Strophe heraus, so Jesper Munk: „Die Person, die mit dem Finger zeigt, ist die Person im Elfenbeinturm.“
Zwischen Blues
und Popmusik
Auf dem Album befinden sich zwölf Lieder, vornehmlich Blues-Musik, der charakteristische Stil von Jesper, für den er bekannt ist. Es enthält auch Popsongs – zugängliche Melodien mit modernen Elementen. Diese Mischung macht das Album sowohl für Blues-Liebhaber als auch für Fans eingängiger Pop-Melodien interessant.
Das zweite Album „Claim“ ist eine Doppel-CD mit insgesamt 22 Titeln, von denen er mehrere performt. Der Sänger führt auf der Haberkasten-Bühne immer wieder Überraschendes auf: Öfters küsst er nach einem Song das Mikrofon oder er legt seine Gitarre quer auf den linken Lautsprecher und bespielt sie, am Boden kauernd.
Jesper spricht wenig, hat aber oft eine Botschaft mitzuteilen: „Es ist wichtig, dass wir diese Zeiten miteinander teilen. Es ist schön, dass ihr da seid“. Gerade als Deutsch-Däne meint er damit vor allem die Pläne des US-Präsidenten Donald Trump, die – dänische – Insel Grönland in Besitz nehmen zu wollen.
Natürlich hat Jesper auch einen Merchandising-Stand dabei, an dem sein Vater T-Shirts, CDs oder auch Schallplatten verkauft. Vinyl ist wieder groß in Mode. Als Zugabe gibt es ein Lied, das der amerikanische Sänger Hank Williams 1949 aufgenommen hat: „I‘m so lonesome I could cry.“ Am Ende hat es den meisten Zuschauern gefallen: Sie gingen begeistert mit und klatschten ausdauernd.