Töging – Der bereits mit vielen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnete Pianist Daniel Prinz hat bei einem Kammerkonzert vor zwei Jahren in Töging seine Liebe für Lieder von Schubert, Schumann, Brahms und Sostakowitsch offenbart. Auf Bitte der Organisatorin der Töginger Kammerkonzerte, Elke Grimm, versprach er, mit einem Schubertabend wiederzukommen.
Dieses „Wunschkonzert“, wie es Elke Grimm bei der Begrüßung ankündigte, hat nun im sehr gut besetzten Orff-Saal in Töging stattgefunden.
Hurtig begann der Künstler, die „Zwölf Valses nobles“ zu intonieren. Nacheinander erklangen die wohlklingenden Melodien, die flott zum Tanze verleiteten, aber doch immer wieder getragene, zum Nachdenken führende Elemente aufwiesen. In der Weise, wie Prinz die Tänze vortrug, zeigte auch seine Körpersprache, dass er selbst in dieser Musik voll gefangen war.
Schon als Klavierschüler war Daniel Prinz von Franz Schuberts Musik begeistert, wie er erzählte, und studierte genau sein Leben und seine Musik – was ihn wohl auch dessen Empfindungen ahnen lässt.
International gefragter
Liedbegleiter
Prinz konnte in wenigen Worten Schuberts Musik erklären. Wie sie entstanden ist, was der Komponist empfindet, was er mit der Musik andeutet – und dass er doch gar nicht recht zu fassen ist. Der Pianist hat sich so tief in die Lieder hineingearbeitet, dass er ein sehr gesuchter Liedbegleiter ist, der in Konzerthäusern in Europa und Übersee das Publikum begeisterte. Dankbar war das Töginger Publikum auch für seine vorausgehende Einführung in die „Sechs Moments Musicaux“. Alle Vortragsweisen von Andantino und Moderato und allen Allegros beherrscht der Meister in einer bemerkenswerten Leichtigkeit. Das Publikum dankte mit mehreren „Vorhängen“.
An drei späten Klavierstücken, die dank Brahms und Schumann erst nach Schuberts frühem Tod veröffentlicht wurden, wie Prinz erklärte, bewies er am Flügel, dass Schubert wohl noch große Werke verfasst hätte, wäre er nicht schon im Alter von nur 31 Jahren verstorben.
Nach der Pause brachte Daniel Prinz Schuberts Klaviersonate Nr. 21 zum Vortrag. Auch hier zeigte er dem Publikum deutlich, wie Schubert in seiner Musik immer wieder vom „Tanz zur Stille“ findet. Bravo-Rufe erklangen, und der Meister gab als Zugabe noch das Impromptu in Ges-Dur. Karlheinz Jaensch