Mühldorf – Wenn Kinder barfuß auf den Stühlen im Stadtsaal sitzen, singen und kommentieren, dann gastiert die Philharmonie Salzburg mit ihren Kinderfestspielen in Mühldorf. Das Ballett „Don Quixote“ begeisterte bei ihrem jüngsten Gastspiel wieder zahlreiche junge und ältere Zuschauer.
Dirigentin Elisabeth Fuchs wies zu Beginn die Zuschauer zum Darstellen und Singen an: Dieses Mal sollten sie Windmühlen spielen und ein Lied für den Begleiter Sancho Pansa anstimmen. Zur Hilfe erschien der Text auf der Leinwand im Hintergrund. Bilder der Darsteller und Fotos von Straßen, Plätzen und Feldern in Spanien zeigte sie ebenfalls.
Orchestermusiker in
Handlung mit einbezogen
Nicht nur gegen Windmühlen kämpfte der Ritter Don Quixote, gleich ein ganzes Heer begleitete ihn: das Orchester. Denn dieses saß nicht unsichtbar im Orchestergraben, sondern präsent auf der Bühne.
Dieses Mal gesellten sich Bläser und Schlagwerk zu den Streichern. Insgesamt 47 Künstler waren angereist. Nur ein schmaler Bereich stand für die Sänger, Tänzer und Schauspieler bereit. Viele Hebungen, Salti aus dem Stand zeigten Kitri und Basilio. Gespannt wartete das Publikum auf die nächste Drehung. Die beiden Verliebten flohen mit Hilfe Don Quixotes.
Das spärliche Bühnenbild wurde umgeräumt; Orangenbäume wichen einem langen roten Tuch. Cellist Siul Alberto Angel übernahm gleich mehrere Rollen. Mit großer Stiermaske trat er auf, dramatisch spielte dazu das Orchester. Der Stier sagte lediglich „Muh“, zum großen Vergnügen der Zuschauer. Sofort entspannte sich die unheimliche Situation. Angel spielte zudem den Knappen Sancho Pansa und den Vater von Kitri.
Mit „Ach Kinder, meine treuen Knappen“, sprach Don Quixote stets sein Publikum an. Und er wies es in die Tugenden der Ritterlichkeit ein: Ehre, Mut, Gerechtigkeit und das Beschützen der Schwachen. Passend dazu erschien auf der Leinwand das Bild eines voll ausgerüsteten Ritters mit einer süßen Katze im Arm. Auch hier lachte das Publikum.
Mit einem Geigenbogen als Schwert schlug Dirigentin Fuchs Don Quixote schließlich zum Ritter und überreichte ihm den Bogen. Ein Steckenpferd wurde auf die Bühne geworfen: Rosinante. Gemeinsam mit dem Publikum riefen sie den Knappen Sancho Pansa herbei, und dann kämpfen sie gegen die Windmühlen. Die riesige Fantasie des Ritters erschien dabei nicht kitschig oder kindisch, sondern begeisterte die Zuschauer, jung wie alt. Wie immer endete das kurzweilige Konzert viel zu früh.