Neumarkt-St. Veit – Unter der Leitung der Pianistin Sylvani Utami sammelten talentierte Nachwuchsmusikerinnen aus der Region in einem beachtenswerten Benefizkonzert wieder Spenden für SOS-Kinderdörfer.
Der Saal in Neumarkts Musentempel war wieder gut gefüllt, denn es hat sich längst herumgesprochen, dass diese Frühabendständchen von Musikern gestaltet werden, die klassische Musik und Modernes gerne spielen und beherrschen. Die „Schülerinnen“ sind nämlich schon weit fortgeschritten. Sie haben das Musikabitur oder studieren bereits Musik an Hochschulen. Manche wollen Musik zu ihrem Beruf machen und es ist denkbar, dass man im Herzoglichen Kasten Künstler erlebte, die bald in großen Orchestern oder solistisch eine Rolle spielen.
Den Anfang machte Emma Eibelsgruber mit ihrem Saxofon. Sie glänzte zuerst mit Friedrich Händels Sonate Nr 6, aus der sie die Sätze Adagio und Allegro spielte. Mit dem Konzertwalzer in As des bekannten Saxofonisten Gustav Blumcke, dem Gründer des ersten Saxofonorchesters, zeigte sie, dass ihr das Moderne ebenfalls gut liegt.
Mit der Arie der Zerlina aus Mozarts „Don Giovanni“ kam eine junge Sopranistin auf die Bühne. Katja Weber sang die höchsten Töne dieser melodischen Arie klar, ganz locker und mit erkennbarer Leichtigkeit. Später bewies die Sopranistin ihr Talent auch an der Sologeige, wo sie bei dem gewaltigen Tonumfang der „Zigeunerweisen“ von Pablo de Sarasate ungewöhnlich weite Intervalle perfekt beherrschte. Alle Solisten wurden gefühlvoll und helfend von Sylvani Utami am Klavier begleitet. Als wahren Ohrwurm bot Katja Weber vorher schon „Thais Meditationen“ von Jules Massenet mit ihrer Geige dar.
Selbst solistisch am Flügel trat Julia Röhrl zweimal auf die Bühne. Mit einer Sonate von Johann Christian Bach bewies sie ihr Können in klassischer Musik. Dass ihr auch der impressionistische Stil nicht fremd ist, zeigte sie, als sie die Naturbilder, Landschaften, Industrielärm, Hektik oder Ruhe allgemein mit der meist lebhaften Toccata von Aram Chatschaturjan in den Saal „mit ihrem Flügel malte.“
Für dieses musikalisch abwechslungsreiche Programm, das vom Niveau her auch die Ansprüche von Konzerthallenbesuchern erfüllt hätte, gaben die Besucher Spenden für SOS-Kinderdörfer. Es kam ein ansehnlicher Betrag zusammen. karlheinz jaensch