Mühldorf – Acht schottische Musiker, gekleidet in Kilt oder Jeans, zwei Dudelsäcke, Akkordeon, Geige, Gitarren, Tasten, Bass und Schlagzeug sowie eine gewaltige Lightshow auf der Bühne im Haberkasten. Das ist der erste optische Eindruck der Celtic-Rock-Band, einem Aushängeschild der schottischen Musikszene. Sie wurde stürmisch empfangen von einem Kreis eingeschworener „Skerry“- Fans und solchen, die es im Laufe des Abends noch werden sollten.
Die acht sympathischen Schotten machen es dem Publikum nicht schwer, sie zu mögen: Sie spielen mit viel Spaß, ohne übertriebene Rock-Attitüde, ohne allzu populistisch zu werden, ohne anbiedernd auf schottische (Trink-)Gewohnheiten oder Ähnliches einzugehen. Skerryvore, benannt nach einer kleinen schottischen Insel mit markantem Leuchtturm, haben sich vor 20 Jahren zunächst über die traditionelle Musik zusammengefunden; deutlich hörbar bei schottischen und irischen Tänzen, bei denen Geige, Dudelsack, Flöten oder Akkordeon den Ton angeben, präzise und mitreißend gespielt von Craig Espie, Daniel und Martin Gillespie sowie Scott Wood.
Stufenlos geht die traditionelle Musik in Rocksounds über, von den sphärischen Klängen, die Bilder ihrer schottischen Heimat heraufbeschwören, bis zu lauten und härteren Passagen, bei denen vor allem deutlich wird, wie Frazer West am Schlagzeug, Jodie Bremaneson am Bass und Alan Scobie an den Tasten die musikalischen Fäden in der Hand halten. Nur scheinbar unpassend zu einer Rockband ist die warme, ausdrucksvolle Stimme des Songwriters und Sängers Alec Dalglish, aber genau dieser Gegensatz und die wirklich zu Herzen gehenden Songs machen Skerryvore so besonders.
Poetische Lieder über Trennung und Heimweh, unpathetisch interpretiert, teilweise solo mit eigener Begleitung vorgetragen: „Zu einigen Songs dirigierte Scott Wood mit seiner Flöte und forderte so das Publikum mit großem Erfolg zum Mitsingen auf. Besonders laut sang das Publikum bei der Zugabe mit: Die eingefleischten „Skerry“-Fans kannten den bekanntesten Song der Band „Take my hand“ natürlich.
Der Abend war für alle erfolgreich: Für die Zuschauer und für die acht Schotten, denen man abnahm, dass das Wort „Togetherness“, das Zusammengehören, das in vielen ihrer Texte eine Rolle spielt, keine Floskel ist.
Sie feierten ihren 20. Bandgeburtstag zusammen mit einem Publikum, das sie nicht nur wegen ihrer Musik, sondern auch für ihrem sympathischen Umgang untereinander und mit ihren Fans liebt. Ulrike Zöllner