Feine Klangreise von den grünen Inseln bis nach Frankreich

von Redaktion

Musikfreunde Mühldorf begeistern im Ahnensaal des Klosters Zangberg

Zangberg – Der Ahnensaal des Klosters Zangberg erwies sich einmal mehr als idealer Ort für ein Konzert: besondere Atmosphäre, hervorragende Akustik und genau jener festliche, aber nicht steife Rahmen, in dem Musik ihre Wirkung voll entfalten kann. Der Förderverein der Musikfreunde Mühldorf traf mit seinem Programm „Von Klassik bis Chanson – eine musikalische Zeitreise von den grünen Inseln nach Frankreich“ also nicht nur musikalisch, sondern auch räumlich genau den richtigen Ton.

Der Abend bestach vor allem durch seine kluge Zusammenstellung. Die Reise von England, Irland, Schottland und Wales über Norwegen bis nach Frankreich wirkte trotz aller Vielfalt nie beliebig.

Im Gegenteil: Das Programm hatte eine schöne innere Linie. Viele Melodien kamen dem Publikum vertraut vor – vielleicht nicht immer dem Titel nach, aber doch mit jenem angenehmen Wiedererkennen, das aus einem Konzertabend ein besonders dankbares Hörerlebnis macht.

Die Sängerin Christine Enghofer war dabei mit ihrem Sopran eine starke und zugleich sehr gefühlvolle Stimme des Abends. Sie sang mit Kraft, aber nie aufdringlich, und verstand es, den Liedern Wärme und Ausdruck zu geben. Gerade im französischen Teil entfaltete ihre Stimme besonderen Reiz. Eva Barbarino wurde ihrem Ruf als ausgezeichnete Pianistin und einfühlsame Begleiterin vollkommen gerecht. Ihr Spiel war klar, aufmerksam und musikalisch stets präsent, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen. Genau diese Mischung aus Souveränität und Zurückhaltung machte ihre Begleitung so wertvoll.

An der Violine überzeugte Thomas Breitsameter mit großer Ruhe und schöner Selbstverständlichkeit. Unaufgeregt, stellenweise fast lässig, aber gerade dadurch umso glaubwürdiger, gestaltete er seine Partien mit viel Gefühl. Besonders die „Méditation“ aus Massenets „Thaïs“ wurde zu einem der Glanzpunkte des Abends – zauberhaft und von feiner Innigkeit getragen. Janusz Myschur schließlich setzte am Akkordeon markante Farben. Mit Virtuosität und klanglicher Vielfalt holte er aus seinem Instrument weit mehr heraus, als man ihm oft zutraut. Gerade bei Chanson und Tango verlieh er dem Konzert jenes besondere Flair, das zwischen Konzertsaal und Pariser Straßencafé schwebt. So wurde dieses Konzert am Spätnachmittag zu einer musikalischen Reise, die nicht mit Effekten, sondern mit Geschmack, Gefühl und Können überzeugte.

Das Publikum im Ahnensaal durfte sich über eine musikalische Reise freuen, die abwechslungsreich, stimmungsvoll und durchweg hörenswert war – am Ende gab es als Dankeschön langen und herzlichen Applaus. Gerd Kreibich

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