Mettenheim – Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Saal im Kulturhof beim zwölften Jahreskonzert der Mettenheimer Bläser – und wer gekommen war, bekam einen Abend geboten, der eindrucksvoll zeigte, wie breit moderne Blasmusik aufgestellt sein kann. Das Motto des Abends kam bestens zur Geltung: Hier ging es nicht nur um traditionelle Blasmusik, sondern um Klangfarben, Filmmusik, Musical, Märchenwelt und große sinfonische Momente.
Den Auftakt gestaltete das Jugendorchester unter der Leitung von Ludwig Lamprecht. Die jungen Musiker spielten konzentriert, sauber geführt und mit spürbarer Freude. Mit dem Thema aus „Game of Thrones“ gelang gleich ein wirkungsvoller Einstieg. Auch „Golden Fairytale“ und „The Bare Necessities“ aus dem Disney-Klassiker „Das Dschungelbuch“ zeigten, wie sicher sich der Nachwuchs in ganz unterschiedlichen Stimmungen bewegen kann.
Danach übernahmen die Mettenheimer Bläser unter der Leitung von Franck Adrian Holzkämp. Er führte sein Orchester klar, ruhig und mit sicherem Gespür durch ein anspruchsvolles Programm. Die Musiker folgten ihm aufmerksam – und vor allem mit hörbarer Spielfreude. Genau diese Mischung aus Disziplin und Begeisterung machte den Reiz des Abends aus.
Mit der „Magic City Fanfare“ setzten die Bläser ein kraftvolles Ausrufezeichen. Besonders schön gelang anschließend der „Abendsegen“ aus Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“. Getragen, warm im Klang und mit jener Ruhe, die ein Orchester nur dann erzeugt, wenn es wirklich aufeinander hört. Einen ganz anderen Akzent setzten die Auszüge aus Strawinskys „Feuervogel“, die dem Ensemble einiges an Spannung, Farbe und Präzision abverlangten.
Nach der Pause wurde es dann endgültig filmreif. „Ghostbusters“ sorgte für Wiedererkennung und gute Laune, die „Highlights from Harry Potter“ brachten Zauber und große Kinobilder in den Saal. Auch das Medley „Music in the Dark“ mit Themen aus „The Nightmare Before Christmas“, „Edward Scissorhands“, „Beetlejuice“ und „Spider-Man“ zeigte, wie wandlungsfähig die Mettenheimer Bläser sind. Hier war nichts beliebig zusammengestellt; die Stücke lebten von starken Kontrasten und einem Orchester, das hörbar Freude daran hatte, in diese Klangwelten einzutauchen.
Mit „Selections from Starlight Express“, Musik aus „Drachenzähmen leicht gemacht“ und „The Lord of the Dance“ steigerte sich der Abend noch einmal. Gerade zum Schluss wurde deutlich, wie gut Alt und Jung in diesem Orchester zusammenwirken. Die Mettenheimer Bläser verstehen sich nicht als reine Blaskapelle, sondern als vielseitiges Bläserensemble – und genau das war an diesem Abend zu hören. Nach jedem Stück gab es kräftigen Applaus, am Ende langanhaltenden Beifall und Bravo-Rufe. Gerd Kreibich