Mühldorf – Im voll besetzten Stadtsaal konnten sich die Gäste an einer gelungen Live-Show „Happy Birthday, Elvis! 90 Jahre King of Rock’n’Roll“ erfreuen. Der Münchner Sänger Marco Spreider ähnelte zwar rein optisch so gar nicht dem King of Rock’n’Roll, aber bei seiner Stimme dachte man gelegentlich, Elvis wäre aus seinem Grab in seinem berühmten Anwesen Graceland auferstanden und nach Mühldorf gekommen. Den großartigen Elvis-Imitator unterstützte die Musical-Darstellerin Lea Hieronymus.
Starke Songs und
interessante Hintergründe
Ein grandioser Beginn: Mit dem Rücken zum Publikum stand Marco Spreider im Nebel der Bühne, auf der im Hintergrund wurden Bilder, die Elvis Presley zeigten, in Schwarz-Weiß und in Farbe präsentiert. Und passend das Lied „Falling in love with you“. Lea Hieronymus gab zwischendurch immer wieder Informationen zum „King of Rock’n’Roll“, der insgesamt eine Milliarde Tonträger verkauft hat. Flott ging es weiter mit „Teddybear“ und „Don’t be cruel“, bevor mit „Don’t“ und „Loving you“ zwei Liebeslieder zum Dahinschmelzen folgten. Lea Hieronymus sang auch ab und an und gab „Amazing Grace“ zum Besten, von Spreider auf dem Klavier begleitet – immerhin liebte Elvis Presley Gospels. Von dem Song „Are you lonesome tonight“ gibt es eine Lachversion. Lea Hieronymus erzählte, dies sei passiert, weil einem Herrn in der ersten Reihe das Toupet vom Kopf gerutscht sei. Weiter ging es mit „So high“ und „Love me tender“, bevor ein junges Pärchen Rock‘n’Roll-Tänze aufführte: zu „All shook up“, „Tutti frutti“ und „Blue suede shoes“.
Interessantes von Elvis folgte wiederum prompt von Lea Hieronymus: „Seine Stimme umfasste drei Oktaven, er konnte keine Noten lesen und schrieb kein einziges Lied selbst.“ Der Durchbruch gelang ihm 1954 mit „That’s allright“.
Vor der Pause gab es noch „Let it be“, der Beatles-Welthit, von Lea Hieronymus gesungen, und „I’m walking“ von Fats Domino. Nach der Pause folgte „Kiss me quick“ und es wurde auch wieder sanfter: „In the ghetto“, und „Always on my mind“ standen auf dem Programm.
1959 lernte Elvis auf einer Party die erst 14-jährige Priscilla Beaulieu kennen. Sie zog kurz darauf in Graceland ein – Elvis hatte versprochen, die 14-jährige bei ihrer Volljährigkeit zu heiraten. In Graceland hatte der tierverrückte Sänger viele Tiere: einen Pfau, einen Esel und zwei dänische Doggen. Sein Lieblingspferd „Rising Sun“ wurde sogar neben seinen Eltern beerdigt.
In Deutschland, wo er seinen Militärdienst ableistete, gefiel ihm das Wanderlied „Muss i denn…“ so gut, dass er einen englischen Textschreiben ließ und so „Wooden heart“ daraus wurde Er sang es auch teilweise auf Deutsch, mit nettem amerikanischen Akzent.
Elvis Presley wurde
nur 42 Jahre alt
Als Hommage an seine Tochter Lisa Marie ist das Lied „Don’t cry, daddy“ gedacht. 1997, 20 Jahre später sang es Lisa Marie in einem Videomix zusammen mit ihrem Vater. Ein sehr trauriges Lied. Traurig ist auch der frühe Tod von Elvis am 16. August 1977. Mit 42 verstarb er, mutmaßliche Todesursache war Medikamenten- und Drogenmissbrauch. Auch seine Tochter Lisa Marie wurde nicht alt, sie starb im Alter von nur 54 Jahren.
Nun folgten bekannte Lieder, die auch andere Stars gesungen haben. „My way“ ist am populärsten durch Frank Sinatra geworden. „Something stupid“ sang Frankie Boy mit seiner Tochter Nancy. Robbie Williams hat es auch mit Nicole Kidman performt. Schmissig nähert sich das gelungene Konzert seinem Ende: „Go, Jonny go“ und „Jailhouse rock“ brachten das Pärchen wieder zum Tanzen. Lea Hieronymus erklärte am Ende: „Zum Schluss spielte Elvis immer nur eine Zugabe, das wollen wir beibehalten.“ So gab es nur „Can‘ help falling in love with you“. Irgendwie schade, man hätte gerne noch mehr gehört. Doch zählt man alle aufgeführten Lieder zusammen, kann man behaupten: Es ist eine komplette Doppel-CD von Elvis zu Gehör gebracht worden.