Mühldorf – Wer gerne auf künstlerische Entdeckungstour geht, ist gut beraten, die derzeitige Ausstellung von Herbert Brenzinger im Amtsgericht Mühldorf genauer unter die Lupe zu nehmen. In den 38 gezeigten Bildern des Kraiburger Künstlers verstecken sich nämlich so manche Überraschungen, die der Betrachter im ersten Moment nicht gleich wahr nimmt. In einigen der bunten Exponate tauchen mit ein bisschen Fantasie menschliche und tierische Gesichter auf. Brenzinger schmunzelt ein bisschen und gesteht, mit seinen Werken immer wieder neues Terrain zu betreten. Der 1957 geborene Familienvater befasst sich seit rund 20 Jahren mit der freien Malerei, sodass er seinen Ausstellungen eigentlich nie separate Titel verleiht. „Mein Motto lautet schlicht und ergreifend painters freedom“, betont Brenzinger. Er sei nicht in Schubladen zu zwängen, vielmehr dominiere in seinen Acrylbildern die Freiheit des Künstlers. Und genau diese führt ihn momentan zu einer neuen Technik, die der Kraiburger so erklärt: „Ältere Bilder verändere ich nun dahingehend, dass ich sie übermale, jedoch nicht komplett, damit von der bisherigen Struktur und von den früher verwendeten Farben noch etwas übrig bleibt. Die Ergebnisse erstaunen mich selbst und zwar im positiven Sinn“. Brenzingers Bilder sind sowieso nicht zu kategorisieren, und das ist vom Künstler durchaus gewollt. Einige Werke können sogar quer, aber auch senkrecht an die Wand gehängt werden. Die zum Teil großflächigen Bilder bestechen mit einem „wilden Durcheinander“ an Farben, die sich letztendlich aber ergänzen und ins Ganze einfügen. Aufgrund eines Trauerfalls in der Behörde fiel die für den 21. Mai geplante Vernissage aus. Dafür laden Künstler und Amtsgericht zum Ende der Ausstellung am Montag, 5. Oktober, zu einer Finissage ein. Brenzingers Bilder sind zu den üblichen Öffnungszeiten des Gerichts zu sehen. Ursula Huckemeyer