Gänsehautmomente mit Gustav Peter Wöhler

von Redaktion

Konzert im Haberkasten

Mühldorf – Gustav Peter Wöhler – das ist doch der fiese Typ aus dem Fernsehen! Wie kann so einer das Publikum mit nachdenklichen und gutgelaunten Liedern, einer Mischung aus Pop, Rock, Jazz und Soul mitreißen? Der erste Eindruck beim Anfangssong „Days“: Oh, da ist jemand nervös, mit fast unsicheren Bewegungen und vorsichtigem Herantasten an die Zuschauer. Genau diese anfängliche Unsicherheit, diese Sensibilität macht Wöhlers Auftritt zum Erlebnis. Umwerfend menschlich und ehrlich interpretiert der knapp 70-Jährige seine Lieblingssongs der vergangenen 60 Jahre. Dass er zu allen Liedern eine Geschichte zu erzählen weiß, bindet ihn noch stärker ans Publikum. Wie sein Aufwachsen im elterlichen Wirtshaus in Ostwestfalen von Musik begleitet war, wie er gemerkt hat, dass er sich von seinen Altersgenossen unterscheidet – und wie die Lieder von Elton John, Rio Reiser oder Joni Mitchell, von Billy Joel oder Randy Newman quasi zu Lebenshilfen wurden.

Je mehr Wöhler das Publikum an seinem Leben teilhaben lässt, desto intensiver und dichter wird die Stimmung, desto freier singt und bewegt sich der Schauspieler und Sänger, scherzt, spielt und schäkert mit dem Publikum. Sympathisch und virtuos sind auch Wöhlers Bandmitglieder Kai Fischer am Piano, Olaf Casimir am Kontrabass und der Gitarrist Mirko Michalzik, die mit fantastischen Arrangements Wöhlers Gesang illustrieren, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Die Soli der drei Musiker, hauptsächlich nach der Pause zu hören, sind virtuos und werden mit viel Spaß vorgetragen: ein wunderbar unterhaltender und eindrücklicher Abend, den das Mühldorfer Publikum mit stehenden Ovationen feiert. Gustav Peter Wöhler dankt es mit drei Zugaben und erzeugt zum Schluss mit dem einzigen auf deutsch gesungenen Lied „Junimond“ von Rio Reiser sowie mit „Wonderful tonight“ von Eric Clapton noch einmal für Gänsehautmomente. Ulrike Zöller

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