Basketball

Der Ball will nicht mehr in den Korb

von Redaktion

BSG TuS Töging/SpVgg Jettenbach verliert auch gegen TSV 1860 Rosenheim

Jettenbach – Wir haben derzeit zu viele Baustellen. Wenn wir eine schließen können, öffnet sich eine andere. Die Aussage von BSG-Coach Andreas Weihrauch, der wie seine Akteure und die Fans an der weiteren Niederlage – der dritten in Folge – sichtlich zu „knabbern“ hatte, untermauerte der Spielverlauf der Begegnung gegen den Tabellennachbarn aus Rosenheim. Dabei hatte man sich im Heimspiel gegen den TSV 1860 Rosenheim viel vorgenommen. Zurück in die Erfolgspur wurde als Devise ausgegeben. Doch daraus wurde leider nichts. Die Gäste siegten in der Töginger Mehrzweckhalle verdient mit 65:56 und überholten damit die Korbjäger vom Inn (nunmehr Platz fünf) in der aktuellen Tabelle der Bezirksklasse Südost. Vor einer längeren Spielpause – erst ab Mitte Januar geht es mit der Rückrunde weiter –, heißt es im letzten Hinrundenspiel am Samstag, 2. Dezember, um 18 Uhr am Chiemsee noch einmal Farbe zu bekennen. Der Tabellenletzte TuS Prien Brigannas erwartet die Jets. In der gegenwärtigen Verfassung dürfte auch dieses Spiel kein Selbstläufer werden.

Obwohl man in den letzten Trainingseinheiten verstärkt an der in den letzten Partien deutlich sicht- und auch an den Ergebnissen ablesbaren Defensivschwäche arbeitete, war von Beginn der Begegnung an erkennbar, dass man erneut dem Gegner durch zu körperloses Auftreten zu viele Räume gab. Das erfahrene Rosenheimer Team nutzte diese Freiheiten bereits im ersten Viertel weitlich aus. Der Ball zirkulierte in den eigenen Reihen, bis ein Spieler zumeist „blank“ stehend, den Wurf im Korb versenkte. Die Gäste überzeugten mit mannschaftlicher Geschlossenheit und präzisen Abschlüssen. Aufseiten der BSG war dagegen trotz des Mitwirkens der beiden besten Werfer der letzten Saison Markus Kneidl und Daniel Herget, von Beginn an eine Unsicherheit spürbar. So konnte in den ersten zehn Minuten von sechs Freiwürfen nur einer im Korb versenkt werden. Insgesamt ließ man in der gesamten Spielzeit 13 von 19 Freiwürfen liegen.

Da auch die weiteren Zweier- und Dreier-Würfe nicht wie gewünscht fielen, hieß es zum Ende des ersten Viertels 20:11 für die Gäste. Die Jets steckten aber nicht auf. Obwohl Kneidl und Herget zu keiner Zeit zu ihrer gewohnten Form und Wurfsicherheit fanden, startete man stark in das zweite Viertel. Insbesondere Sascha Dreher (14 Punkte) und Raoul Kastenhuber (15 Punkte) setzten den Kreisstädtern stärker als zu Beginn des Spiels zu. Leider schlichen sich immer wieder die alten Fehler ein.

Zu leicht wurde der Ball das eine oder andere Mal verloren. Und zu oft setzte man zu riskanten Würfen an, statt den Mitspieler zu suchen. Dennoch konnte man mit dem Viertelergebnis von 17:14 zur Halbzeit der Begegnung auf 28:34 verkürzen.

Auch nach dem Wiederanwurf blieb die BSG ein hartnäckiger Gegner. Was fehlte, war die Leichtigkeit, das Spielverständnis und die eine oder andere offensive Variante, die den Gegner hätte überraschen können. So hatten die Rosenheimer stets eine passende Antwort auf die Versuche der Jets, dem Spiel eine Wende zu geben. Gleich bei fünf der Gästeakteure (Lalo Balduzzi (14), Robert Klein, Sebastian Matheis und David Ruppert (je 12) sowie Petro Titkov (13), stand nach Spielschluss jeweils eine zweistellige Wurfquote im Spielbericht. Auch dank dieser „Wurfbreite“ gingen die Innstädter mit 50:42 in Führung.

Obwohl Weihrauch, der selbst von der ersten Minute an auf dem Parkett stand – dafür fehlten Peter Abt und Artjom König – und Co. noch einmal alles gaben, reichte es in den letzten zehn Minuten nicht mehr, den Punkterückstand aufzuholen und das Spiel zu drehen. Einige unglückliche Schiedsrichterentscheidungen, fehlendes Wurfglück (der Ball blickte mehrmals in die Reuse, ehe er sich wieder auf das Spielfeld verabschiedete), aber auch die nachlassende Kraft und zu wenige Lichtblicke im Team – der junge Adrian Weggartner mit elf Punkten war einer davon – ließen nicht mehr zu.

Zudem musste man den Rosenheimer bescheinigen, dass sie sehr abgezockt agierten. Obwohl sicher kein Spitzenteam, zeigten sie den Korbjägern vom Inn auf, welche Schwachstellen noch zu „bearbeiten“ sind, um wieder Erfolge feiern zu können.psc

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