Waldkraiburg – Mit einer deutlichen 2:6-Niederlage und ohne Punkte im Gepäck mussten die Löwen am Freitag zwar die Heimreise aus Sonthofen antreten. Trotzdem machte der EHC Waldkraiburg einen Schritt nach vorne, denn das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht wider. Die Industriestädter, die erstmals vom neuen Chef-Coach Tomas Martinec und Rainer Zerwesz betreut wurden, gaben nie auf, boten den Bulls Paroli. Neuzugang Tomas Rousek feierte mit seinem ersten Tor für den EHC einen prächtigen Einstand.
90 Minuten vor dem Spiel gab es bereits eine erste Nachricht vom EHC Waldkraiburg, denn die Löwen verkündeten, dass mit Tomas Martinec, DEL-Champion aus dem Jahr 2007, ab sofort der Trainerstuhl der Industriestädter wieder fix besetzt sei. Gemeinsam mit Interimstrainer Rainer Zerwesz, der das Team in dieser Woche noch betreute und der in den kommenden Wochen den Staffelstab übergeben wird, stand der 41-jährige Martinec in Sonthofen an der Bande.
Heilende Hände hat jedoch auch Martinec nicht und so standen den 20 Feldspielern des ERC nur die 15 Mannen aus Waldkraiburg gegenüber. Christian Ettwein, Tobias Thalhammer, Michael Trox, Lukas Wagner und Basti Rosenkranz waren beim Gastspiel im Allgäu nicht dabei, doch konnte man mit Tomas Rousek nach der Verletzung von Tomas Vrba wenigstens wieder einen zweiten Kontingentspieler aufbieten.
Das erste Drittel verlief recht ausgeglichen und den Löwen war erneut anzumerken, dass das Selbstvertrauen zurückkehrt. Beide Teams verbuchten Chancen, wobei die der Gastgeber klarer ausfielen. Ein einziges Mal schafften es die Bullen, den starken Löwen im Tor des EHC, Korbinian Sertl, zu überwinden: Martin Guth traf nach einer guten Viertelstunde (17:26) zum 1:0, doch blieb es eng und ging es auch mit diesem Spielstand zum ersten Pausentee.
Verteidiger Sean Morgan erhöhte nach einer guten halben Stunde auf 2:0 für die Hausherren (31:39) und Kyle Just verwandelte per Penalty kurz vor dem zweiten Pausengong zum 3:0 (39:39) für Sonthofen.
Doch die Löwen gaben sich nicht auf und auch in der Kabine ließ niemand den Kopf hängen. „Wir haben unsere Sache nicht so schlecht gemacht. In der Situation, in der wir sind, gibt es nichts zu verlieren und man darf nur nach vorne schauen“, erklärte Rainer Zerwesz nach dem Spiel. „Die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben, wollte eine gute Reaktion zeigen und dann sind sie auch belohnt worden.“
Den Schlussabschnitt eröffneten die Löwen mit Daniel Hämmerles Anschlusstreffer zum 1:3 (41:36). 36 Sekunden später verkürzte Tomas Rousek sogar auf 2:3 (42:12) – erstes Spiel, erstes Tor: So darf es gerne weitergehen für den 24-jährigen tschechischen Center. Für Sonthofen zündete Kyle Just kurz drauf wieder für den 2-Tore-Vorsprung (43:44).
Es sei wichtig für Sonthofen, schnell eine Reaktion gezeigt zu haben, gab nach dem Spiel auch Sonthofens Trainer Heiko Vogler zu, denn zu diesem Zeitpunkt waren die Löwen am Drücker, wie er erklärte.
Die Waldkraiburger versuchten es in der Folge zwar weiter, wieder heranzukommen, doch irgendwann machte sich die personelle Situation bemerkbar und so kam Sonthofen durch Wayne Lucas (54:54) und Marco Sternheimer (59:07) zu den letzten beiden Treffern. Insgesamt war es aber ein guter Auftritt der Industriestädter, der Mut macht. „Wir haben ein paar individuelle Fehler gemacht und Sonthofen hat eben die Qualität, diese auszunutzen“, erklärte Zerwesz nach dem Spiel. Dennoch sei man mit der Leistung sehr, sehr zufrieden gewesen und gratulierte Sonthofen zum verdienten Erfolg.
Statistik
ERC Sonthofen – EHC Waldkraiburg 6:2 (1:0 / 2:0/ 3:2).
Tore: 1:0 17:26 Guth M. (Just K., Kames V.), 2:0 31:39 Morgan S. (Sternheimer M., Sill M.), 3:0 39:39 Just K. (Penalty), 3:1 41:36 Hämmerle D. (Hradek Ch., Sokolov M.), 3:2 42:12 Rousek T. (Kanzelsberger F., Norris B.), 4:2 43:44 Just K. (Guth M., Kames V.), 5:2 54:54 Lucas W. (Müller L., Malzer M.), 6:2 59:07 Sternheimer M. (Wittmann R., Botzenhardt T. SH1).
Strafen: ERC Sonthofen 4 Strafminuten, EHC Waldkraiburg 6 Strafminuten.
Zuschauer: 523.