Mühldorf – Es sah ganz gut aus: 1:1 stand es nach Sätzen, Mühldorf führte im dritten Durchgang mit 21:18, als Mittelblocker Nico Philipeit umknickte. Zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt: Denn die einzige Wechselalternative, Michi Mayer, war bereits eingewechselt worden. Also wurde ein „irregulärer Wechsel“ vorgenommen. Das heißt: Philipeit raus, allerdings mit der Maßgabe, dass er komplett aus dem Spiel war, also nicht mehr eingreifen durfte. Mayer rein, er musste als Mittelblocker das Spiel zu Ende bringen. Und das Mühldorfer Rumpfteam machte dies solide, rang den Gastgeber VC DJK München-Ost-Herrsching II mit 3:2 nieder.
Mühldorf war selbstbewusst auf das Spielfeld gegangen, spielte mit zwei Zuspielern (Lars Rommel und Alex Brandstetter) und setzte den VC von Beginn an unter Druck. Auf einen Libero verzichteten die Mühldorfer aufgrund Spielermangels, Hauke Ferch spielte stattdessen als Mittelblocker. Basierend auf einen sehr guten Rückschlag und ohne viele Fehler zu fabrizieren war der erste Satz bald unter Dach und Fach (25:16).
Offensichtlich ging es zu leicht, denn die Münchener wurden nun stärker während Mühldorf die Spannung nicht aufrecht erhalten konnte. Die Fehler häuften sich gegen eine Mannschaft, die nun immer besser ins Spiel kam. Auch die Einwechslung von Michi Mayer, der für Lars Rommel reinkam, um den Block zu stabilieren, konnte die 18:25-Niederlage nicht abwenden.
Im dritten Abschnitt hatten sich die Mühldorfer eigentlich wieder gefangen gehabt. 21:18 führten die Gäste aus der Innstadt, als sich Philipeit verletzte, und Michi Mayer ran musste. Es dauerte bis sich Mühldorf auf die neue Situation – Mayer als Mittelblocker – eingestellt hat. Doch da war der Satz mit 22:25 bereits verloren. „Es war also richtig, dass wir Hauke diesmal als Mittelblocker und nicht als Libero eingesetzt hatten, sonst wäre zu diesem Zeitpunkt wegen fehlender Auswechselspieler die Partie bereits verloren gewesen“, fasst Abteilungsleiter Stefan Bartsch zusammen. Mühldorf gab nicht auf: Mayer gelangen einige Blockpunkte, Fabian Bartsch und Tom Brandstetter punkteten im Außenangriff. Und auch Alex Brandstetter griff effektiv an, gut bedient von Zuspieler Lars Rommel.Beim 16:14 hatte Fabian Bartsch dann seinen Lauf zur richtigen Zeit: Acht Aufschläge knallte er ins gegnerische Feld, der Satzerfolg war damit nicht mehr zu nehmen (25:16).
So dominierend ging die Mühldorfer Truppe in den Entscheidungssatz, in welchem sich der TSV schnell mit 8:4 abgesetzt hatte. Der VC glich zum 8:8 noch aus, brach dann aber ein. „Ab dem 9:8 mussten wir nur noch das Spiel verwalten, die Fehler machte München“, atmete Abteilungs-Chef Stefan Bartsch schließlich erleichtert auf, als die Anzeigetafel das 15:11 für Mühldorf markiert hatte.
Mühldorf schiebt sich mit zwei weiteren Punkten auf Platz fünf vor und darf nun mit stolz geschwellter Brust in die Weihnachtspause gehen. „Zehn Punkte wollten wir in den letzten vier Spielen holen, und das haben wir erreicht“, äußert sich auch Stefan Bartsch zufrieden. Doch die Rückrunde wird kein Zuckerschlecken: Gleich im neuen Jahr warten mit Freising, Schwaig und MTV München die Top-Teams der Liga und der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nur magere zwei Punkte.