Töging – Der Auftakt in die neue Saison könnte für den Fußball-Landesligisten FC Töging nicht attraktiver sein. Der Landesligist startet heute (19 Uhr) mit einem Heimspiel in die neue Spielzeit und empfängt dazu den Aufsteiger und Lokalrivalen TSV Ampfing. Die Favoritenrollen sind also eigentlich klar.
Doch so einfach ist es nicht. FC-Trainer Mario Reichenberger konnte erst im Abschlusstraining (nach Redaktionsschluss) die Aufstellung und damit die taktische Marschrichtung festlegen. Armin Mesic, Christoph Steinleitner, Daniel Ziegler und Andreas Bobenstetter konnten zuletzt nicht trainieren, weil sie angeschlagen waren.
„Ich hoffe, dass zumindest ein oder zwei von ihnen spielen können. Dann schaut es nicht so schlecht aus“, meint FC-Trainer Reichenberger.
Denn der Respekt vor dem Aufsteiger Ampfing ist da. „Die spielen einen sehr kompakten Fußball“, so Reichenberger. „Die haben vergangene Saison die wenigsten Gegentore bekommen. Das wird schwierig. Aber nichtsdestotrotz denke ich, dass wir eine Lösung finden werden.“ Welche? Das hänge davon ab, wer spielen könne. Reichenberger: „Aber wir werden auf alle Fälle wieder offensiv spielen. Das ist klar.“
Generell geht es für Töging darum, in der sechsten Landesliga-Saison möglichst schnell einen gesicherten Platz im Mittelfeld zu erreichen. Reichenberger: „Die Liga ist stärker als vergangenes Jahr. Das wird schwierig.“ Und sein Team, das im Schnitt 24 Jahre alt ist, ist immer noch relativ jung. So zählen hier aufgrund ihrer Landesliga-Erfahrung der 20-jährige Steinleitner und der 19-jährige Bobenstetter bereits zu den Etablierten. Hinten steht weiterhin der 36-jährige Welder De Souza Lima im Tor und Hannes Ganghofer (28) führt das Team als Kapitän. Ansonsten hat sich das Team nach den Abgängen von Helmut Baumgartner, Sergej Volkov (beide Karriereende) und Patrick Tresch (Pause) mit neun Spielern verstärkt; darunter drei aus dem eigenen Nachwuchs.
Razvan Rivis, der vom VfL Waldkraiburg kam, war angeschlagen und hat noch Nachholbedarf. Aber er wird wohl ebenso in der Startelf stehen wie Neuzugang Jerome Faye von Türkgücü München. Der 32-jährige Stürmer Faye ist mit seinen 1,87 Metern eine beeindruckende Person und erzielte in der vergangenen Saison für Türkgücü in der Bayernliga elf Treffer. Vielleicht eine Lösung für das leidige Töginger Problem: die Chancenverwertung.
Die Vorbereitung war von vielen Verletzungen geprägt und zeigte, so Reichenberger, „Licht und Schatten“. Dennoch ist der FC-Trainer zufrieden: „Die Jungen geben Gas und machen Druck auf die Etablierten. Das ist gut.“
Und so ist – bei allen Widrigkeiten – beim FC Töging alles für den Saisonauftakt und das erste Lokalderby der laufenden Spielzeit angerichtet, um dem eigenen Publikum ein attraktives Spiel und den ersten Dreier präsentieren zu können.
Fünf Jahre nach dem Abstieg aus der Landesliga Südost ist der TSV Ampfing zurück in Liga 6 und darf nun beim Eröffnungsspiel am Freitag um 19 Uhr in Töging erstmalig wieder Landesliga-Luft schnuppern. Dauerte das letzte Gastspiel in dieser Liga nur zwei Spielzeiten, so wollen sich die Schweppermänner nun dauerhaft etablieren und wieder zu einer festen Größe werden, um eventuell in einigen Jahren sogar den nächsten Schritt zu machen.
„Es ist einfach nur super, dass wir das Eröffnungsspiel bestreiten können, die Vorfreude ist riesig“, so Ampfings Trainer Jochen Reil, wohl wissend: „Wir sind Neuling, Töging hat eine gestandene Landesliga-Mannschaft, die weiß, was in der Liga abgeht. Für uns wird das eine echte Herausforderung.“ Einziger Spieler auf Ampfinger Seite, der beim Abstieg 2014 dabei war und jetzt im Kader steht, ist übrigens Wahid Alemi, der über Stationen in Waldkraiburg und Wasserburg 2017 zu den Schweppermännern zurückgekehrt ist. Landesliga in Ampfing hat auch schon Rückkehrer Mevlud Sherifi gespielt, der jedoch ein Jahr vor Alemi den einstigen Drittligisten verlassen hat.
Mit der Vorbereitung war der Coach bis auf die Generalprobe, die am Dienstag mit 1:2 gegen den SV Reichertsheim verloren wurde, zufrieden: „Wir sind überwiegend ohne größere Verletzungen durchgekommen und konnten so das Programm gut durchziehen. Die Burschen waren mit Eifer dabei, das stimmt mich positiv.“
Nicht zur Verfügung stehen am Freitag Christian Richter wegen einer Fußverletzung und der rumänische Neuzugang Danut Moisi, für den noch kein Spielrecht vorliegt. Wann der Innenverteidiger erstmals ran darf, ist noch nicht klar, vielleicht kann der 27-Jährige ja schon beim ersten Heimspiel am Mittwoch um 19.30 Uhr gegen den TSV Eintracht Karlsfeld das neue Ampfinger Nike-Trikot überstreifen, das auf den letzten Drücker fertig geworden ist.
Aktuell stehen Reil 15 Feldspieler zur Verfügung, dass der 17-Mann-Kader für eine Landesliga-Saison zu klein ist, weiß natürlich auch Sportlicher Leiter Adrian Malec: „Wir wollen noch zwei Spieler holen, eventuell sogar drei.“
Wann weitere Neuzugänge vermeldet werden können, ist noch offen, die Gespräche laufen zum Teil schon seit Wochen. „Mit der aktuellen Mannschaft sollten wir den Klassenerhalt schon schaffen, aber ich habe keine Lust die ganze Saison zittern zu müssen, weil der Kader klein ist und wir auf Ausfälle nicht reagieren können“, so Malec.
Bei allen Neuzugängen muss am Ende aber immer das Gesamtpaket, wie man so schön sagt, passen, das aus sportlichem Wert, Finanzierbarkeit und charakterlichen Tugenden besteht. „Ich lege höchsten Wert auf Disziplin und Charakter. Mit diesen Eigenschaften haben wir neben dem fußballerischen Können und dem Fleiß den Aufstieg geschafft“, so Reil, der anfügt: „Auch die bisherigen Neuzugänge fügen sich da nahtlos ein, aber darauf haben wir ja auch genau geschaut, dass das passt.“
Wünschen würde sich der Trainer, dass auch die Fans in Zukunft das würdigen, was innerhalb des letzten Jahres auf die Beine gestellt wurde: „Es wäre schön, wenn das Umfeld diese Leistungen honorieren würde.“ esc/mb