Reichertsheim – Auf den ersten Blick klingt es paradox, wenn Elvis Nurikic, Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Reichertsheim, erklärt: „Das wird unser schwerstes Spiel.“ Immerhin empfängt der SV heute (17 Uhr) als Dritter mit dem VfL Waldkraiburg den Vorletzten der Tabelle. Eine klare Sache also. Oder?
„Nein“, meint Nurikic. Zum einen ist es ein Lokalderby, zum anderen hat der VfL „nichts zu verlieren“ und das SV-Trainergespann, Michael Ostermaier und Elvis Nurikic, muss aufpassen, dass die eigenen Spieler den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. Außerdem geht der SV erstmals als Favorit in das Spiel und wird das Spiel wohl selber gestalten müssen.
„Wir nehmen Waldkraiburg nicht auf die leichte Schulter“, betont Nurikic immer wieder. Denn für den SV gehe es – trotz der Tabellensituation – nur um eines: Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln und die eigene Entwicklung fortzuschreiben.
Das Wort Aufstieg ist in Reichertsheim tabu. Auch wenn am Ende des Wochenendes der SV sogar Tabellenführer sein könnte: Spitzenreiter Bruckmühl (22 Punkte) hat spielfrei und der Zweite, der ESV Freilassing (20 Punkte), muss bei Buchbach II antreten. Wenn Reichertsheim gewinnt, kämen sie auf 22 Punkte, könnten Freilassing überholen und – wegen des dann besseren Torverhältnisses – sogar an Bruckmühl vorbeiziehen.
Doch davor steht mit dem VfL Waldkraiburg eine schwere Aufgabe. Der VfL hat zwar die letzten sieben Spiele in Folge verloren und Reichertsheim im gleichen Zeitraum sechs Siege und ein Unentschieden eingefahren, dennoch warnt Nurikic: „Wir haben uns gegen Waldkraiburg immer schwergetan.“ Drei der bisher vier Aufeinandertreffen konnte der VfL für sich entscheiden, während Reichertsheim nur vorige Saison das Heimspiel mit 2:1 gewonnen hatte.
Die Truppe von VfL-Trainer Markus Gibis kann zudem befreit auflaufen. „Die haben nichts zu verlieren“, so Nurikic. Und so liegt die Last in dieser Saison erstmals ganz auf seinen Spielern: Sie müssen das Spiel von Beginn an in die Hand nehmen und aufpassen, dass sie nicht ausgekontert werden.
Dafür können die SV-Trainer Ostermaier und Nurikic auf die gleichen Spieler bauen, wie zuletzt – und müssen erneut den Langzeitausfall von Abwehrrecke Thomas Schaberl und Mittelfeldmann Felix Wieser verdauen. Ausfälle, die bislang kompensiert werden konnten, aber doch auch zu spüren sind.
Und so ist Nurikic verhalten optimistisch. „Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut.“ Auch die Aussichten für das Lokalderby, bei dem Nurikic mit einer guten Kulisse rechnet.
Und so meint der SV-Coach: „Wenn wir einen Punkt holen, sind wir schon zufrieden.“ Wobei keiner etwas dagegen hätte, drei mitzunehmen und weiterhin die Luft an der Tabellenspitze einzuatmen. Eine spannende Partie mit vielen Zuschauern ist in Reichertsheim vorprogrammiert. Foto esc