Finanzielle Herausforderung: TSV setzt sich mit Aufstieg auseinander

von Redaktion

Volleyball Mühldorfer Volleyballer starten in Vorlizenzierungsverfahren für 2. Liga – DVL fordert höhere Halle

Mühldorf – Die Volleyball-Herren sind Herbstmeister in der 3. Liga. Und das auch noch mit vier Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Ganz ehrlich: In der Volleyballabteilung des TSV Mühldorf hatte niemand damit gerechnet, dass der Aufsteiger auch die dritthöchste deutsche Spielklasse dominieren und zum Klassenprimus wird. Jetzt muss man sich ernsthafte Gedanken um den Aufstieg in die 2. Bundesliga machen. Denn an diesem Punkt ist die Abteilungsführung um Stefan Bartsch jetzt angelangt. „Wir haben von der Deutschen Volleyball-Liga bereits die Unterlagen zum Vorlizenzierungsverfahren erhalten und werden die jetzt studieren. Bis zum 31. Januar haben wir Zeit, um uns über einen Aufstieg Gedanken zu machen. Das Verfahren gilt als Voraussetzung für einen möglichen Aufstieg.“

Wenn Stefan Bartsch von „wir“ spricht, meint er damit Paul Brandstetter, der ihm als Teammanager zur Seite steht und Co-Trainer und Sportfachwirt Tom Gailer, der aufgrund seiner Tätigkeit beim Bayerischen Volleyballverband eine Menge Erfahrung einbringen kann. Mit dem Team und dessen Trainer Michi Mayer habe man bereits die Gespräche geführt. Ganz klar äußern sich Mannschaft und Übungsleiter positiv, was einen möglichen Aufstieg betrifft.

Doch die Herausforderungen sind gewaltig, vor allem in finanzieller Hinsicht. „Wir werden unser Budget verdoppeln müssen“, schätzt Bartsch. Von einem hohen fünfstelligen Betrag spricht er, wohl wissend, dass die Spitzenteams in der 2. Liga über finanzielle Mittel zwischen 120000 und 200000 Euro pro Jahr verfügen. „Wir werden ab Januar verstärkt und konkret Gespräche führen – mit der Stadt, mit der Wirtschaft mit der Politik. Dann wird sich herausstellen, inwieweit wir mit finanzieller Unterstützung rechnen können.“

Sicherlich wäre es auch nötig, die Mannschaft weiter zu verstärken, etwa in dem Ausmaß wie es in dieser Saison bereits mit der Verpflichtung des Diagonalspielers Dennis Nelson der Fall war.

Ein wichtiger Punkt für die Vorlizenzierung sei die Qualität der gesamten Abteilung, das Niveau der Jugendmannschaften. Doch darüber macht sich Bartsch die wenigsten Sorgen: Die Jugendabteilung deckt inzwischen sämtliche Altersgruppen – im männlichen und mittlerweile auch im weiblichen Bereich – ab. Die Abteilung feiert regelmäßig Erfolge, die bis zum deutschen Meistertitel reichen, wie ihn in diesem Jahr die männliche U14 etwa geholt hat.

Mehr Kopfzerbrechen bereitet ihm die Hallensituation. Denn die Mittelschulturnhalle, das Wohnzimmer der erfolgreichen Volleyballer, ist mit ihren 7,20 Metern fast zu niedrig, wenn man bedenkt, dass der Verband für die Zugehörigkeit in der 2. Liga neun Meter fordert. „Ich bin mir sicher, dass wir eine Ausnahmegenehmigung erhalten würden. Doch bei weiteren Hallenbauten sollten solche Mindesthöhen berücksichtigt werden. Man muss da langfristig denken“. Die Größe der Halle sei auch ausschlaggebend, wenn es darum geht Fernsehteams zu Spieltagen nach Mühldorf zu locken, „Sport1“ berichtet etwa via Livestream. Durchaus reizvoll, verhehlt Bartsch nicht.

Das soll nicht nach unerfüllbaren Forderungen klingen, die alleine von der Volleyballabteilung kommen, betont Bartsch. „Mühldorf wächst weiter. Von weiteren Hallen profitieren alle Sportvereine in der Stadt!“

Größer denken – damit wird sich die Volleyballabteilung auseinandersetzen: Oder wie es Bartsch zusammenfasst: „Letztendlich geht’s um eine Professionalisierung und wenn wir die Jugendarbeit auf Dauer auf diesem Niveau hochhalten wollen, macht es Sinn da mitzuziehen!“je

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