Mühldorf – Zied Chalghmi verletzt und David Fecko immer noch in Quarantäne: Keine guten Vorzeichen für die Zweitliga-Volleyballer des TSV Mühldorf für das Samstagsspiel gegen den TSV Mimmenhausen. Trainer Michi Mayer hatte deswegen schon vor dem Spiel tief gestapelt, keinen Hehl daraus gemacht, dass Mimmenhausen als klarer Favorit in die Partie gehen werde. Doch auch mit den Ergänzungsspielern hielt Mühldorf gut mit, lieferte eine sehenswerte Zweitligapartie ab, was sich nicht im Ergebnis widerspiegelt. Mit 3:0 (25:20/25:20/29:27) siegten die Tabellendritten, Mühldorf verharrt in der Tabellenmitte.
„Mimmenhausen hat sehr stark gespielt, da war nichts zu holen“, fasste Trainer Michi Mayer das Spiel nach den drei Sätzen zusammen. Ohne Zied Chalghmi und David Fecko seien es vor allem die Erfahrungswerte gewesen, die auf dem Spielfeld gefehlt hätten. „Wir hatten quasi eine reine Jugendmannschaft auf dem Feld stehen“, meinte Mayer. Doch die hätten eine Top-Leistung gebracht, lobte Mayer seine Spieler, die wegen einer coronabedingten Quarantäne zwei Wochen lang nicht trainieren konnten.
Mayer begann mit seiner Stammformation um Kapitän Tom Brandstetter und Fabian Bartsch als weiteren Außenannahmespieler, Tobi Besenböck sollte es auf der Diagonalposition richten, Zuspieler Alex Brandstetter verteilte die Bälle und Flo Gschwendtner war als Mittelblocker ohnehin gesetzt. Die vakante Mittelbockerposition füllte Charles Kahn, der topmotiviert aufs Spielfeld ging. Die Mühldorfer brauchten eine Weile, um sich zu sortieren, während Mimmenhausen gleich munter drauflos spielte und sich eine 14:9-Führung erspielte. Viele verschlagene Aufschläge aufseiten der Mühldorfer machten es den Gastgebern auch entsprechend leicht. „Aber das war zu erwarten. Nach zwei Wochen ohne Training fehlte da der Rhythmus“, analysierte Mayer. Der kam zur Hälfte des ersten Satzes, als es die Mühldorfer schafften, erst auf 14:14 auszugleichen, die Partie weiter offen zu halten und sogar die Führung zu übernehmen (21:20). Dann war es aber eine Reihe von individuellen Fehlern, handwerkliche Fehler, die Mimmenhausen wieder auf die Siegerstraße brachte. Nach kurzer Zeit war das 25:20 für Mimmenhausen unter Dach und Fach.
Trainer Mayer behielt die Ruhe, setzte weiterhin auf die Startformation, die zu Beginn von Durchgang zwei den Mimmenhausenern durchaus das Wasser reichen konnte (7:8). Dann aber wieder Fehler im Aufschlag, die Mimmenhausen auf 16:12 davonziehen ließen. Bis dato war es lediglich Alex Brandstetter, der im Wechsel zwischen Float- und harten Sprungaufschlägen den Annahmeriegel der Mimmenhausener am meisten forderte. Mayer versuchte es mit einer Reihe von Wechseln, wollte bei 17:20 mit Hauke Ferch die Abwehr stabilisieren, brachte Tim Aust für Flo Gschwendtner, um die Gegner mit weiteren Aufschlagvarianten zu überraschen. Und Luis Großmann sollte den Block verstärken. Den Vorsprung ließen sich die Mimmenhausener, die von Christian Pampel, einem ehemaligen Teamkollegen Michi Mayers aus Jugendzeiten, trainiert werden, aber nicht mehr nehmen. Mit 25:20 holte sich der Gastgeber auch Satz zwei.
Mayer stellte nun das Team um, brachte Luis Großmann gleich in der Startsechs für Charles Kahn, Fritz Vähning sollte als Diagonalspieler Tobi Besenböck ersetzen, der zunehmend über Knieprobleme geklagt hatte. Wieder liefen die Mühldorfer anfangs einem Rückstand hinterher (5:8), konnten aber wieder gleichziehen (13:13). Leider war es wieder so, dass individuelle Fehler den Mimmenhausenern zur 18:14-Führung verhalfen, bevor Michi Mayer eine Auszeit nahm und anschließend Zuspieler Tim Aust für Fritz Vähning auf das Feld schickte, in erster Linie, um mit seinem Aufschlag zu punkten. Tatsächlich holte Mühldorf auf (17:18), übernahm später sogar die Führung (20:19), als anschließend Tom Brandstetter servierte. Danach aber ging es hin und her. Zwei Matchbälle wehrte Mühldorf noch ab, hatte beim Stand von 25:24 sogar Satzball, doch am Ende jubelte Mimmenhausen, das mit Bogdan Birkenberg und Tobias Streibl im Mittelblock überlegen waren und mit Diagonalspieler Benedikt Waldinger einen äußerst ertragreichen Diagonalspieler auf dem Feld stehen hatte. Sie alle konnten sich auf das präzise Zuspiel von Federico Cipollone verlassen, der am Ende auch zum MVP gewählt worden war. Auf Mühldorfer Seite wurde diese Ehre Fabian Bartsch zuteil.
Besser sollte es dann gegen die Youngsters aus Friedrichshafen am Sonntag laufen. Mühldorf benötigte eineinhalb Stunden, um die Tabellenletzten zu besiegen, die als Stützpunktmannschaft in der Liga gesetzt ist und nicht absteigen kann. Mit dem 25:22, 25:22 und 25:19 holten sich die Mühldorfer die nötigen Punkte, um den Klassenerhalt endgültig zu sichern (ausführlicher Bericht folgt). 32 Punkte stehen auf dem Konto, Abstiegskandidat Bliesen als Vorletzter gerade Mal neun Punkte auf dem Konto, aber nur noch sieben Partien zu spielen, in denen eine maximale Ausbeute von 21 Zählern möglich ist. Zu wenig, um Mühldorf noch einzuholen.enk