Der Zuspieler wurde zum „Diagonalex“

von Redaktion

Volleyball Mühldorf verliert gegen Karlsruhe 0:3, zeigt aber deutliche Steigerung

Mühldorf – Fünf Verletzte im Team der Mühldorfer, und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als die schwierigste Aufgabe auf die Innstädter in der 2. Volleyball-Bundesliga wartete. Denn mit den Baden Volleys des SSC Karlsruhe, gastierte am Samstag die neben dem TSV Grafing beste Zweitligamannschaft der Südstaffel am Inn. Mühldorf warf alles dagegen, was es aufzubieten hatte – und hielt erstaunlich gut mit beim 0:3 (18:25/25:27/17:25).

Der SSC Karlsruhe schöpfte gleich aus dem Vollem, machte ordentlich Druck mit den Aufschlägen, wobei Hauke Ferch und Kilian Nennhuber mit ihen Annahmen gut dagegen hielten. Doch zu schnell lag Karlsruhe mit 8:5 in Front, ein Vorsprung, den eine Mannschaft mit der Qualität der Baden Volleys nicht so leichtfertig wieder hergibt. Alex Brandstetter brachte mit seinen brachialen Aufschlägen die Mühldorfer wieder in die Spur (12:13). Doch Karlsruhe erhöhte sofort den Druck, ließ den Besten im Team, Jens Sandmeier, schalten und walten und stellte damit den ursprünglichen Vorsprung wieder her. Trainer Mayer reagierte beim 16:18, brachte Zuspieler Tim Aust für den an diesem Tag schwach angreifenenden Tobi Besenböck und ließ den etatmäßigen Zuspieler Alex Brandstetter als Diagonalspieler ran. In diesem Satz ging die Rechnung noch nicht auf, Karlsruhe sicherte sich den Durchgang mit 25:18.

Mayer vertraute im zweiten Abschnitt wieder der „Starting Six“ des ersten Satzes und tatsächlich waren es die Mühldorfer, die diesmal effektiver am Netz zu Werke gingen. Es blieb ein offener Schlagabtausch. Bei 15:19 setzte Mayer erneut auf Tim Aust als Zuspieler, um mit Alex Brandstetter einen zusätzlichen Angreifer am Netz zu haben. Brandstetter machte Druck, was ihm durch die beiden Kommentatoren im Livestream den Beinamen „Diagonalex“ einbrachte, und Mühldorf verkürzte auf 20:21. Dann ein fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidung von Jan Opitz, der nach einer kleinen Serie von Kilian Nennhuber im Aufschlag Übertritt gesehen haben wollte. Statt Gleichstand hieß es nun 20:22. Mühldorf gab nicht auf, egalisierte auch noch ein 22:24 zum 24:24. Doch den vierten Satzball verwandelten dann die Gäste aus Baden-Württemberg zum 27:25.

Im dritten Durchgang ging dann Cheftrainer Michi Mayer ein großes Wagnis ein, indem er David Fecko von der Mittelblockposition auf Diagonal anstelle von Tobi Besenböck brachte. Flo Gschwendtner und Luis Großmann sollten es über die Mitte richten. Bis zum 5:8 hielt Mühldorf auch noch mit, aber Karlsruhe ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen (17:25).

Nach dem Spiel erst einmal Selbstkritik bei Mühldorfs Coach Michi Mayer: „Zwei Sätze lang haben wir einigermaßen mitgehalten können, dann habe ich aber zu viel Kuddelmuddel reingebracht.“ enk

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