Mühldorf – Es ist die Saison der knappen Ergebnisse. Auf den TSV Mühldorf trifft diese Einschätzung nach vier absolvierten Spielen in der 2. Volleyball-Bundesliga zu. Viermal traten die Mühldorfer aufs Parkett. Viermal ging es über fünf Sätze, doch nur zweimal siegten die Mühldorfer.
Zuletzt herrschte Katerstimmung bei den Innstädtern, die gegen den FT Freiburg nicht über ein 2:3 hinausgekommen waren. Selbst Kapitän Tom Brandstetter sprach von der bislang schlechtesten Saisonleistung. Wiedergutmachung ist also für den Tabellenachten angesagt, wenn am Samstag der GSVE Delitzsch in die Nutz-Arena an der Mittelschule Mühldorf zu Gast ist.
Delitzsch hat ebenfalls erst vier Spiele absolviert. Die drei Auftaktpartien gegen Hammelburg, Freiburg und Gotha haben die Sachsen noch verloren. Erst am vergangenen Wochenende durften sie jubeln, nachdem sie den VC Dresden mit 3:0 in die Schranken gewiesen hatten. Die Mühldorfer dürfen mit dem jetzt Zwölftplatzierten der 2. Liga also einen selbstbewussten Gegner in Mühldorf empfangen (Samstag, 19 Uhr).
Für den Jungcoach des der GSVE, Benedikt Bauer, war es zugleich der erste Erfolg als Cheftrainer. Und ein Befreiuungsschlag zugleich, denn die Loberstädter verließen damit den letzten Platz. „Das war die Belohnung für zwei Wochen hartes Training“, freute sich Bauer. Seine Jungs hätten jedes Detail aus der Videoanalyse vom Freitag umgesetzt und dazu eine echte Teamleistung gezeigt, bei der niemand spielerisch abgefallen sei.
Bei Mühldorf hingegen fehlte etwas die Schlagkraft, die gegen Freiburg es nicht geschafft haben, Druck am Netz zu erzeugen. Annahme zu ungenau, Zuspiel unpräzise, die Hinterfeldangriffe, Brandstetters gefürchteste Waffe in der letzten Spielzeit, kam nicht zum Zug. Mühldorf musste froh darüber sein, dass gegen Freiburg am Ende wenigstens noch ein Punktgewinn herausgesprang.
Diesmal soll alles besser laufen. Trainer Heiko Roth hat seine Trainingsschwerpunkte entsprechend auf die Annahme und auf das Zuspiel gelegt. Auch die Aufschläge, zuletzt in der Pokalrunde noch das Maß aller Dinge und Wegbereiter für die Qualifikation in die nächste Runde, bedurften eines speziellen Fokus.
Dass die Mühldorfer es drauf haben, hatten sie tatsächlich im bayerischen Pokalfinale beeindruckend unter Beweis gestellt, als sie mit dem Sieg das Ticket für die nächste Runde gesichert hatten. In der Nutz-Arena treffen sie am Sonntag um 16 Uhr auf die Ligakonkurrenten, die Blue Volleys aus Gotha. In der letzten Saison musste die Mühldorfer im Hinspiel noch Lehrgeld zahlen (0:3), im Rückspiel dann war Mühldorf auf Augenhöhe, verlor nur knapp in fünf Sätzen. Die bisherigen Liga-Ergebnisse sind gemischt bei Gotha. Drei Siege aus sechs Spielen, damit belegt Gotha aktuell Platz fünf. Herausragend bislang: Außenangreifer Erik Niederlücke, gegen den der Mühldorfer Block gefordert sein dürfte ob der Reichweite des 2,05 Meter großes Gothaers. Der Strippenzieher im Team der Blue Volleys aber ist Hannes Maisch. Sein starkes Zuspiel brachte ihm bislang zwei MVP-Auszeichnungen.
Der Sieger der Partie qualifiziert sich übrigens für das Achtelfinale um den Bundespokal und ist sogar der Ausrichter dieser Partie. Und dort würde dann der Erstligist Herrsching warten.enk