Mühldorf bleibt realistisch

von Redaktion

Bisher sieglose Innstädter beim Klassenprimus in Karlsruhe

Mühldorf – Das wird ein heißer Tanz, wenn die Zweitliga-Volleyballer des TSV Mühldorf am heutigen Samstag in der Sporthalle des Otto-Hahn-Gymnasiums aufs Parkett treten. Denn am dritten Spieltag der 2. Bundesliga treten die Innstädter gegen den bislang ungeschlagenen Tabellenführer aus Karlsruhe an.

Der amtierende Meister hat sich in diesem Jahr hohe Ziele gesteckt. Nichts anderes als die Titelverteidigung soll her. Intensiv wurde in der Vorbereitung gearbeitet, ein kleiner Personalumbruch durchgeführt und, da sind sich beim SSC Karlsruhe alle sicher, mehr Schlagkraft gewonnen. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen“, betonte Kapitän Jens Sandmeier unmittelbar vor Beginn der Saison. Sandmeier hat gut reden, denn er selbst gilt als komplettester Spieler der Liga. Zwölf MVP-Medaillen hatte sich der 27-jährige Universalspieler in der vergangenen Saison gesichert, mit seiner Spielstärke wesentlich dazu beigetragen, dass der SSC den Titel gefeiert hat. Und Sandmeier ist noch nicht müde geworden. Auch in diesem Jahr führt er in der Statistik der besten Spieler: Drei Spiele, zwei Ehrungen – nur Max Bibrack vom SV Schwaig kann da bislang mithalten.

Dass die Mission Titelverteidigung bislang ganz nach Plan verläuft, zeigen die bisherigen Ergebnisse. Gegen das Volleyball-Internat Friedrichshafen dominierten die Karlsruher zum Saisonauftakt vor zwei Wochen klar mit 3:0. Tags darauf schaffte es der GSVE Delitzsch immerhin, den Karlsruhern einen Satz abzuringen (3:1) und vergangene Woche blieb der TuS Kriftel mit 0:3 auf der Strecke. Und so führt Karlsruhe zum Spiel gegen Mühldorf die Tabelle verdientermaßen an. Von dieser Position ist der TSV Mühldorf aktuell weit entfernt. Auf dem vorletzten Platz stehen die Mannen um Cheftrainer Michi Mayer nach zwei glücklosen Partien, zuerst gegen Hammelburg, dann gegen Schwaig. Besonders bitter: Noch nicht einmal einen Satzgewinn verbuchten die Mühldorfer bislang. Dass sich daran etwas ausgerechnet gegen Karlsruhe ändern wird – so realistisch sind die Mühldorfer – bleibt wohl eher Wunschtraum.

Denn die Karlsruher haben den Aufstieg fest im Blick, dafür auch bei der Verpflichtung neuer Spieler nach Hochkarätern die Fühler ausgestreckt. Jannik Brentel (20 Jahre, 1,96 Meter/Moerser SC) und Maximilian Kersting (21 Jahre, 1,98 Meter/Moerser SC), heißen zwei davon, die bereits zum Auftakt gegen Friedrichshafen zeigen konnten, was sie so drauf haben. Karlsruhe konnte es sich sogar leisten, dass sich ihr Bester, Kapitän Sandmeier, das Spiel von der Bank aus ansehen durfte. Brentel, der als sehr aufschlagstarker Außenannahmespieler gekommen war, sicherte sich dann auch gleich die MVP-Medaille. Topscorer im letzten Spiel gegen Kriftel war aber ein anderer: Universalspieler und Neuzugang Alexander Benz (26 Jahre, 1,90 Meter, von Rotes Rudel Fellbach) zeigte sich äußerst spielstark am Netz, ist ebenso bekannt durch seine brachialen Sprungaufschläge. Neu ist auch Libero Oliver Chudoba (29 Jahre, 1,86 Meter, vom TSG GA Stuttgart).

Mühldorfs Außenangreifer Fabian Bartsch redet nicht viel um den heißen Brei rum: „Wenn wir eine Chance haben wollen, dann müssen wir die Aufschläge bringen!“ Das hatte zuletzt überhaupt nicht funktioniert, weiß der Sprungaufschläger natürlich selbst. „Gegen Karlsruhe müssen wir eine Schippe drauflegen. Wir müssen beim Aufschlag volles Risiko gehen“, ist sich Bartsch sicher. Wenn der Mühldorfer Tross am Samstagmorgen in Richtung Kalrsruhe startet, dann sind zwei Akteure nicht mit an Bord: Cheftrainer Michi Mayer spielt aktuell die Ü35-Weltmeisterschaft in Spanien. Und Mittelblocker David Fecko kuriert gerade seine Corona-Infektion aus. Neuzugang Lauritz Jastrow hat aber bislang einen ganz guten Eindruck hinterlassen. Die zweite MittelblockerPosition wird wohl Flo Gschwendtner einnehmen. Oder Co-Trainer Sebastian Dollinger, der diesmal Chef an der Seitenlinie ist, greift auf einen der Youngsters im Team zurück.

In der Libero-Frage ist man keinen Schritt weitergekommen. Immer noch wird das Wechselmodell nach außen kommuniziert, sprich Fritz Vähning, Leo Tille und Kilian Nennhuber teilen sich diese Aufgabe. Umso bedeutender könnte es deswegen sein, wenn Felix Schinko mitfährt. Der 16-Jährige feierte zuletzt einen Turniersieg mit der U17 des TSV Mühldorf im italienischen Pordenone und wurde dort zum MVP gewählt. Allerdings nicht in der Funktion des Liberos, sondern als Zuspieler.enk

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