Reinhold Paul ist Speerwurf-Weltmeister

von Redaktion

65-jähriger Heldensteiner sichert sich den Titel in Polen bereits zum siebten Mal

Waldkraiburg – Er ist ein echter Siegertyp: Mit der Goldmedaille überzeugte der Leichtathlet Reinhold Paul vom VfL Waldkraiburg bei den Winterwurf-Weltmeisterschaften der Senioren in Torun/Polen.

Noch in der Saison 2022 feierte der 65-Jährige klangvolle Erfolge als Winterwurf-Europameister im Speerwurf, ebenso sicherte er sich im Sommer den Weltmeistertitel souverän und wurde zugleich deutscher Meister. Noch oben drauf war er mit seiner Leistung auf dem ersten Platz in der Weltbestenliste 2022 bei den Senioren M65.

Seit Jahren ist er zweifelsohne der international erfolgreichste Athlet aus dem Landkreis. „Ich war in den letzten Monaten deshalb schon stark unter Druck, dass ich mich wieder perfekt vorbereite, und um meine Leistung wieder zu bringen“, erzählte der Heldensteiner. Deshalb absolvierte der Routinier eiserne Trainingseinheiten im Krafttraining und schulte zugleich seine sehr gute Wurftechnik, um bei kommenden Herausforderungen bestens bestehen zu können.

Zwei Tage vor diesen Winterwurf-Weltmeisterschaften flog Reinhold Paul nach Polen und musste vom Flughafen noch knapp eineinhalb Stunden mit dem Zug zurücklegen bis er in Torun angekommen war. Diese Senioren-WM mit 4000 Leichtathleten aus aller Welt hätte eigentlich schon 2021 in Edmonton/Canada stattfinden sollen, wurde aber wegen Corona abgesagt. In der polnischen Weltkulturerbestadt und Heimatstadt von Nikolaus Kopernikus wollte der Landkreis-Athlet nun einen weiteren Top-Erfolg in seiner Karriere feiern, doch die Konkurrenz war erwartungsgemäß sehr dicht beisammen und enorm stark. „Ich wusste, dass es in dieser polnischen Region zu dieser Jahreszeit noch sehr kalt sein würde und auch winterliche Bedingungen herrschen könnten“, verriet der erfahrene Athlet der sich auf jedes Wetter vorbereitet hatte.

Am Wettkampftag war es dann wirklich winterlich, denn knapp 0 Grad Celsius und böiger Wind ließen eine gefühlte Temperatur von minus 10 Grad entstehen. Garniert dazu schien die Bahn im Anlauf hart gefroren zu sein, doch dies schockte den VfL-Athleten dennoch nicht. Er konzentrierte sich im Speerwurf der Senioren M65 auf eine sehr kluge Strategie.

„Ich versuchte, vor allem in den ersten Versuchen, auf eine Spitzenweite zu kommen, um nicht später auszukühlen oder eine Verletzung zu riskieren“, so Paul – und seine Rechnung ging auf: Nach einem behutsamen Einwurf-Programm erwischte er den ersten Versuch mit dem 500-Gramm-Speer noch nicht nach Plan. Später folgte der zweite Versuch und genau den traf er perfekt: „Die volle Konzentration galt diesem zweiten Durchgang und ich wusste, dass nun ein Top-Versuch passieren musste, sonst würde es am Ende sehr knapp werden im Kampf um eine Medaille, denn die Kälte machte sich immer mehr bemerkbar“.

Seine Strategie ging schließlich auf: Mit ausgezeichneten 43,29 Metern schockte Reinhold Paul alle seine Gegner und setzte sich damit sogar deutlich an die Spitze der Konkurrenz. „Mir war zu diesem Zeitpunkt bereits klar, dass ich eine Medaille gewinnen könnte“, sagte der Heldensteiner, der das Finale als „spannend bis zum Schluss“ bezeichnete, obwohl er die schwindenden Kräfte seiner Gegner bemerkte. Reinhold Paul wurde schließlich überaus verdient neuer Weltmeister und blieb hier bei seinen 43,29 Meter. Bei seinem Top-Triumph verwies er im Felde der 13 Starter den Polen Marek Grzyb mit 41,67 Meter auf den Silber-Platz vor seinem deutschen Erzrivalen Josef Schaffarzik vom ESV Nürnberg Rangierbahnhof mit 40,27 Meter und dem mehrfachen Ex-Weltmeister Serhii Savras aus der Ukraine mit 40,11 Meter (4.).

Reinhold Paul freute sich riesig über diesen Weltmeistertitel und eine weitere Goldmedaille in seiner Ruhmesgalerie. Bereits zum siebten Mal wurde der Heldensteiner nun schon Speerwurf-Weltmeister und ist damit der erfolgreichste Athlet des Landkreises seit vielen Jahren. Damit klettert er nun auch wieder an die Spitze der besten Athleten im Kreis, die bislang von der deutschen Juniorinnen-Meisterin mit der Halbmarathon-Mannschaft, Magdalena Mayerhofer aus Mühldorf, angeführt wurde.

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