Sigurdsson sauer: „Uns fehlt der Hunger“

von Redaktion

Trotz 0:1-Niederlage gegen Nürnberg II hat Wacker Klassenziel so gut wie erreicht

Nürnberg – Der SV Wacker Burghausen wird auch in der kommenden Saison der Fußball-Regionalliga Bayern angehören. Und das trotz einer 0:1-Niederlage am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg II. Weil die SpVgg Ansbach nach der Freitagsniederlage in Illertissen bei 44 Punkten stehenblieb, sollten Burghausen aufgrund des deutlich besseren Torverhältnisses 50 Punkte reichen, auch wenn in den letzten beiden Runden nichts mehr Zählbares hinzukommen sollte.

„Wo ist der Hunger nach Toren?“ Trainer Hannes Sigurdsson war nach der Niederlage gegen den hoch effizienten Gast aus Nürnberg ziemlich bedient: „Wenn wir mit dem gleichen Feuer und der gleichen Leidenschaft wie letzte Woche in Hankofen gespielt hätten, wären wir als Sieger vom Platz gegangen.“ Den Willen konnte man den Hausherren am Samstagnachmittag nicht absprechen, aber ganz klar die letzte Gier, diese Partie für sich zu entscheiden. Wacker hatte während der gesamten neunzig Minuten mehr Ballbesitz, machte daraus aber eben nichts. Wie schon seit Wochen bleibt der Angriff ein laues Lüftchen, auch weil bei den entscheidenden Situationen die letzte Entschlossenheit fehlt, in den Ball zu gehen. Falsche Laufwege, zu harmlose Abschlüsse und immer wieder Situationen, in denen der Querpass eigentlich perfekt kommt, aber weit und breit kein Abnehmer zu finden ist.

„Nürnberg hatte während des ganzen Spiels eine Chance und hat diese genützt, wir haben mehrere Chancen und nützen sie nicht.

Dann kann man auch nicht erwarten, dass man so ein Spiel gewinnt“, ätzte Sigurdsson, dem die arg unnötige Niederlage die Stimmung richtig verhagelte. Die entscheidende Situation dieser Partie spielte sich in der elften Minute ab, als Maxi Reiter Bryang Kayo bei einem Solo nicht stoppen konnte, der Nürnberger seinen Mannschaftskollegen Tim Sausen perfekt bediente, der die Kugel mit Schmackes unter die Latte knallte. Burghausens Keeper Markus Schöller musste in den folgenden 80. Minuten nur noch zwei Bälle halten, während Felix Kielkopf auf der anderen Seite deutlich mehr im Brennpunkt stand, in der 43. Minute Glück hatte, dass Jerome Läubli nach Flanke von Andrija Bosnjak über die Latte schoss. Seine beste Tat vollbrachte der Club-Keeper in der 68. Minute, als er einen an sich guten Kopfball von Bosnjak nach Flanke von Christoph Schulz noch über die Latte lenkte.

Richtig rausgespielte Möglichkeiten waren ansonsten auch aufseiten der Hausherren, bei denen der verletzte Felix Bachschmid fehlte, Mangelware. Es ist einfach zu viel Stückwerk, das für einen konsequent verteidigenden Gegner wie den kleinen Club zu leicht zu verteidigen ist. „Wir hatten einen Plan und der ist zu hundert Prozent aufgegangen. Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen für die disziplinierte Leistung am Ende der Saison“, lobte Nürnbergs Trainer Vincent Novak sein Team.

Man darf gespannt sein, ob man aufseiten des SV Wacker Burghausen, der jetzt in Pipinsried gastiert und am letzten Spieltag Eichstätt erwartet, noch mal ein Stürmertor sieht. Das letzte erzielte Kenny Sigl am 1. April beim 3:0 gegen den TSV Rain – lang, lang ist’s her.

Tor: 0:1 Sausen (11.)

Schiedsrichter: Wörz (TSV Friesenried)

Zuschauer: 704

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