Mühldorf – Neue Saison, neuer Trainer, neue Mannschaft: Der TSV Mühldorf hat nach dem Abstieg im vergangenen Jahr einen kompletten Neustart vor sich. Was ist die wegweisende Veränderung im Vergleich zum vergangenen Jahr? Chef-Trainer Jürgen Wöls hat im aktuellen Interview die wichtigsten Fragen dazu beantwortet, bevor es nun am kommenden Wochenende ernst wird. Zum Saisonauftakt geht es am Samstag nach München-Ost.
Fabian Wagner ist zurück in Mühldorf. Als Universalspieler ist er noch in bester Erinnerung geblieben, bevor er fantastische Spielzeiten beim TSV Grafing als Zuspieler hinter sich gelassen hat. Doch er ist auch nicht mehr der Jüngste. Welche Rolle wird er in Mühldorf spielen?
Fabian ist ein Mühldorfer Gewächs und wir haben ihn gefragt, ob er uns mit seiner Erfahrung und seinem starken Zuspiel unterstützen kann. Ihm gefällt die Idee, ein junges, ambitioniertes Team ins Rennen zu schicken.
Es sind fast nur Mühldorfer im Team. Das dürfte in der Liga einzigartig sein, oder?
Das kann ich ehrlich gesagt nicht beantworten. Fest steht, dass unsere Suche noch nicht zu Ende ist. Richtig ist aber auf jeden Fall, dass der Löwenanteil aus Mühldorf kommen wird. Das ist vor allem für unsere Fans interessant, die sich dann auch mit dieser Mannschaft identifizieren können.
Welches Potenzial hat die Mannschaft? Welche Rolle wird sie in dieser Saison spielen?
Aus meiner Sicht hat die Mannschaft ein sehr hohes Potenzial. Wir haben erfahrene Zweitliga-Spieler und sehr gut ausgebildete junge Spieler im Team. Wichtig ist, dass wir mit Herz und Lust spielen.
Welche Ziele haben Sie als Trainer ausgegeben? Denken Sie nur von Saison zu Saison oder gibt es eine konkrete Planung, die sich über mehrere Jahre zieht?
Das Ziel lautet Spitzengruppe, also Platz eins bis drei.
Auf der Position des Mittelblockers gab es zuletzt noch Handlungsbedarf. Jetzt konnte man mit Patrick Brunner ein Eigengewächs nach Mühldorf zurücklotsen. Und auch Jakob Gilles, der schon bei der deutschen Meisterschaft der U20 beeindruckt hatte, schlüpft ins Herren-Trikot. Warum ist es grundsätzlich so schwer, einen adäquaten Spieler auf dieser Position zu finden?
Das hatte im Wesentlichen zwei Gründe. Die Kaderzusammenstellung hat sehr spät gestartet und durch die Bundesligaprojekte von Haching und Dachau, den Wiederaufstieg von Grafing in die 2. Liga sowie die diversen Drittliga-Teams im Münchener Umfeld kann man jemanden nur schwer nach Mühldorf lotsen. Daher ist das Ziel für dieses oder nächstes Jahr der Wiederaufstieg. Dann entsteht die Attraktivität, die Spieler nach Mühldorf wechseln lässt.
Sie haben drei Adjektive, um die Mühldorfer Mannschaft zu beschreiben. Welche wählen Sie?
Positiv, fokussiert und motiviert.
Die Mühldorfer U20 ist in diesem Jahr deutscher Vizemeister geworden. Was sagt dieser Erfolg im Hinblick auf die Aufgaben und die Herausforderung im Erwachsenenbereich aus? Oder ist das nicht vergleichbar?
Das sagt, dass wir grundsätzlich gut gearbeitet haben. Ein Teil dieses U20- Teams wird im Drittliga-Team, der andere Teil die Verantwortung in der Bayernliga-Mannschaft übernehmen. Die Herausforderung ist dabei, sich nicht auf dem Erfolg auszuruhen und weiter hart zu arbeiten. Wichtig ist, dass wir lernen, leichte Fehler zu vermeiden.
Wo liegen denn die großen Stärken des Teams? Wo müssen noch die Stellschrauben gedreht werden?
Wir sind stark in Annahme und Angriff. Wichtig ist, dass wir darüber hinaus konstant und gefährlich aufschlagen.
Welche Mannschaften in der Liga zählen Sie zum Favoritenkreis?
Schwer zu sagen. In der vergangenen Saison wurde anders gespielt. Es gab eine Vorrunde und im Anschluss eine Auf- und Abstiegsrunde. Aus der Aufstiegsrunde sind Eltmann, Grafing und Leipzig in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Ich gehe mal davon aus, dass Friedberg, Regensburg und Marktredwitz dieses Jahr wieder stark aufgestellt sind. Am ersten Spieltag hat allerdings schon Eibelstadt, das vergangenes Jahr noch Abstiegsrunde gespielt hatte, Regensburg, den letztjährigen Fünften der Aufstiegsrunde, geschlagen. Wir sind also gut beraten, keinen zu unterschätzen. Jeder hatte schließlich die Möglichkeit, sich wieder zu verstärken. Dieses Jahr gibt es wieder einen regulären Ligabetrieb, das heißt 22 Spieltage – und am Ende wird abgerechnet.