Rosenheim – Der erste Teil ist geschafft. Mit einem 4:2-Erfolg vor heimischer Kulisse haben die Starbulls Rosenheim am Mittwochabend den ersten von zwei benötigten Siegen errungen, die zum Klassenerhalt in der DEL2 reichen. Das Buch kann aber noch nicht zugeklappt werden, denn mindestens ein Kapitel wartet noch auf die Rosenheimer Eishockeyspieler – und zwar am Freitag um 19.30 Uhr in Bietigheim. Klappt es dort nicht, dann würde am Sonntag um 17 Uhr ein weiteres Duell an der Mangfall und die nächste Gelegenheit für die Starbulls warten.
Dass Play-downs ein ganz anderer Sport sind, das war zum Auftakt der Serie zwischen den Rosenheimern und dem Schlusslicht der Hauptrunde zu sehen. Beide Mannschaften agierten nervös, das Spiel war zerfahren und von hektischen Aktionen geprägt. „Wir haben kompliziert gespielt“, meinte Bietigheims Cheftrainer Alexander Dück hinterher – und richtete gleich den Auftrag an sein Team: „Wir müssen schnellstmöglich umdenken, das Ganze einfacher gestalten und mehr Zug zum Tor finden.“
Starbulls-Trainer Jari Pasanen wird auch am Freitagabend auf die Mannschaft setzen, die im ersten Duell den Sieg davongetragen hat. Natürlich auf die Top-Reihe mit Spielmacher C.J. Stretch und Goalgetter Norman Hauner, an deren Seite sich Dodero bewährt hat. Der Kanadier ersetzte den angeschlagenen Lukas Laub und stellte seine Leistungsfähigkeit – wie schon zuvor in den letzten Partien der Hauptrunde – unter Beweis. Laub wird wohl auch diesmal nicht mitwirken können, also wird die Top-Reihe erneut in dieser Formation auflaufen. Pasanen lobte seine Mannschaft für die disziplinierte Spielweise zum Auftakt: „Wir haben foregecheckt, wenn es angebracht war. Die Jungs haben aber auch erkannt, wenn sich die Möglichkeit nicht ergeben hat. Dann haben sie sich zurückgezogen.“ Der Rosenheimer Trainer hatte lediglich einen Kritikpunkt: „In der Schlussphase waren wir zu passiv, Bietigheims Spieler hatten da zu viel Zeit. Ansonsten haben wir denen relativ wenig Chancen gegeben.“ Die heiße Phase der Saison bietet auch immer wieder Gelegenheit, sich ins Rampenlicht zu stellen. Da gehören auch die Spieler aus den hinteren Reihen mit dazu, im Falle der Starbulls Marius Möchel. Der 32-Jährige war seit dem 2:6 in Landshut und dem 0:8 gegen Ravensburg außen vor und in der Zuschauerrolle. Und nun von der Tribüne aus wieder mitten im Geschehen. Als Mittelstürmer leitete er die dritte Reihe mit Marvin Feigl und Bastian Eckl an – und absolvierte unaufgeregt eine durchweg solide Begegnung. „Er ist ein erfahrener Spieler und wir haben ihn jetzt gebraucht. Er hat das gut gemeistert, ich habe aber auch nichts anderes erwartet“, meinte Pasanen über Möchel. Nach über einem Monat ohne Spiel gleich wieder gut im Geschehen – eine Qualität, die absolut für den Spieler spricht. tn