Mühldorf – Saisonfinale bei den Mühldorfer Volleyballern. Und das hat es in sich. Zum letzten Spiel der 3. Liga Ost kommt am Samstag, 23. März, um 16 Uhr der Vize-Meister vom ASV Dachau zum TSV Mühldorf, der bereits seit einigen Wochen als Meister und Aufsteiger in die 2. Bundesliga feststeht. Ein Höhepunkt also zum Saisonfinale. Doch Chefcoach Jürgen Wöls blickt schon auf die nächste Spielzeit, die allerdings ohne ihn stattfinden wird.
Die Saison geht zu Ende, Mühldorf ist Meister in der 3. Liga, ein sensationeller Erfolg. Hätten Sie das erwartet?
Irgendwie gehofft, weil der Abstieg aus der 2. Liga doch sehr schmerzhaft war und die Abstiegssaison allen sehr viel Energie abverlangt hat. Erwartet habe ich persönlich den klaren Wiederaufstieg zu Beginn der Saison nicht. Sportdirektor Stephan Schinko, Co-Trainer Sebastian Dollinger und ich saßen Anfang Juli 2023 mit einem Kader von genau diesen Personen am Tisch und sind so in die Vorbereitung gestartet: Fabian Bartsch, Tom Brandstetter, Kilian Nennhuber, Flo Gschwendtner, Felix Schinko, Moritz Wöls + eine Vielleicht-Zusage von David Fecko und die Aussage vom Co-Trainer Sebastian, ich helfe, wenn’s brennt. Für mich wäre Platz zwei ein sensationeller Erfolg gewesen, drei beziehungsweise vier realistisch.
Wann wurden denn diese Ziele geändert? Ab wann ist Ihnen bewusst gewesen, dass da noch mehr geht?
Was diese Mannschaft leisten kann, war uns zu Beginn der Saison überhaupt nicht klar. Ja, wir konnten den Kader Stück für Stück erweitern und wir haben drei- bis viermal pro Woche auf gutem Niveau trainiert. Trotzdem gab es keine wirkliche Einschätzung zum Leistungsvermögen. Zum Saisonstart haben wir im Pokal eine Regionalliga-Mannschaft klar geschlagen, die Zweitliga-Mannschaft aus Grafing im Halbfinale geärgert, aber am Ende doch verloren. Der Start gegen den DJK München war holprig, Spiel zwei ging auswärts in Jena mit 2:3 verloren. Allerdings keimte im Spiel gegen Jena das Gefühl auf, da geht spielerisch noch viel mehr. Mit jedem Sieg jedoch setzte sich Stück für Stück der Glaube an den Aufstieg durch. Und nach der sensationellen Hinrunde und dem ersten Rückspielsieg gegen Marktredwitz noch vor Weihnachten war klar: Den Aufstieg haben wir selbst in der Hand.
Was hat Sie am meisten gefreut in dieser Saison?
Ich habe sehr viele Gespräche mit Co-Trainer Sebastian Dollinger und auch H2-Trainer Jogi Tille über Trainingsziele und Spielerentwicklung geführt sowie die Abstimmung mit Athletiktrainer Michi Rosenegger. Darüber hinaus habe ich die Herren 2 in die Herren 1 integriert. Zum einen hatte ich für Herren 1 immer genug Sparings-Partner und die Herren 2 hat viel gelernt, was letztendlich auch zum Aufstieg in die Regionalliga geführt hat, und das als Aufsteiger aus der Landesliga wohlgemerkt. Dazu kommt der enge Kontakt zum Aufbauteam rund um Fredo Böcker und Catering Moni Brandstetter. Sportdirektor Stephan Schinko hat konsequent am Kader gearbeitet, sodass wir am Ende auf 16 Spieler mit sehr guter Qualität zurückgreifen konnten. Und zuletzt natürlich Abteilungsleiter Stephan Bartsch, der unermüdlich Unterstützer für das Team akquiriert hat. Gefreut hat mich, dass all der Aufwand an so vielen unterschiedlichen Bereichen ein ganz außergewöhnliches Wir-Gefühl erzeugt hat, das den Wiederaufstieg ermöglicht hat.
Welcher Spieler hat Sie am meisten überrascht beziehungsweise beeindruckt in dieser Saison?
Alle Spieler, und ich meine wirklich alle Spieler, haben mich beeindruckt und auch immer wieder überrascht. Ich möchte jetzt nur stellvertretend einige vorstellen: Kann Kilian Nennhuber als ehemaliger 2. Liga Libero, also Annahme- und Abwehrspezialist als Außenangreifer in der dritten Liga überzeugen? Hier gibt es ein klares Ja. Er hat sehr wenige Fehler gemacht, viele Punkte erzielt und war teilweise bester Aufschläger. Kann Fabian Bartsch seine unglaubliche Leistung weiterhin dauerhaft abrufen? Ja, hat er mit Bravour, die meiste Anzahl an MVP-Ehrungen spricht dafür. Schafft es Felix Schinko, als junger Spieler und als erster Zuspieler zu überzeugen? Ja, nach Jena ist der Knoten geplatzt. Moritz Wöls war ein Garant für den Aufstieg der Herren 2 in die Bayernliga. Doch schafft er den Sprung in die 3. Liga? Ja, und wie. Vor Weihnachten war er bereits fester Bestandteil der Stamm-Mannschaft. Und so lässt sich die Liste für jeden Spieler fortsetzen.
Was genau hat den Ausschlag darüber gegeben, dass Mühldorf am Ende ganz oben in der Tabelle der 3. Liga steht?
Wir haben uns als Team extrem gut verstanden und es hat sich niemand über das Team gestellt.
Der Vize-Meister aus Dachau kommt zum Saisonfinale. Was erwarten Sie sich von diesem Spiel?
Ich erwarte ein gutes Spiel und werde selbst auch auf Sieg coachen. Wir haben deutlich in Dachau und auch das letzte Auswärtsspiel in Friedberg verloren. Die Mannschaft ist heiß. Leider ist Jakob Gilles verletzt und Moritz Wöls wird wegen einer Erkältung vermutlich nicht fit. Aber ich erwarte jede Menge Zuschauer, allein schon aus den eigenen Reihen. Und wenn die Stimmung gut ist, dann spielen wir in der Regel auch gut.
Die Spielbanken Bayern sind am Samstag, 23. März, „Sponsor of the Day“. Die Zuschauer haben die Möglichkeit, ihr Glück ab 15 Uhr am Roulettetisch zu beweisen und kleine Preise zu gewinnen. Die Saison endet, doch das Sommersemester der Hochschulen hat wieder begonnen. Deshalb gibt es beim letzten Heimspiel freien Eintritt für alle Studierenden. Nach dem Spiel in der Berufsschulturnhalle an der Töginger Straße gibt es eine offizielle Siegerehrung für die Meisterschaft. Anschließend erfolgt die Meisterfeier.