Goldmedaille für die Liebe

von Redaktion

Ex-Junioren-Weltmeister Anzinger und Weltmeisterin Schmutzer sind ein Paar

Waldkraiburg – Bei den Offenen 62. Europameisterschaften der Herren und 48. der Damen „dahoam“ in Waldkraiburg schlugen beim ehemaligen Junioren-Weltmeister Alexander Anzinger vom EC Ebing zwei Herzen in seiner Brust. Der Vaterlandsliebe folgend unterstützte der 25-Jährige natürlich seine Nationalmannschaftskollegen des Deutschen Eisstock-Verbands (DESV). Der Liebe wegen schlug sein Herz aber auch für Österreich. Diese beiden Faktoren bereiteten Anzinger im Einzel-Zielwettbewerb der Damen extrem hohe Herzfrequenzen. Denn dabei lieferten sich seine rot-weiß-rote Herzensdame Sophie Schmutzer und seine DESV-Kollegin Alina Mayer vom EC Gerabach einen dramatischen Zweikampf um EM-Gold, den Schmutzer am Ende hauchdünn mit 690:687 Punkten für sich entschied.

Kennengelernt haben sich Sophie Schmutzer und Alexander Anzinger bei der WM 2020 in Regen als frisch gekürte Weltmeister. Damals katapultierte sich Anzinger mit einem Bombenschuss auf 107,33 Meter zum Junioren-Weltmeister im Weitenwettbewerb. Ein Paar sind sie seit April 2022. Seitdem pendeln beide zwischen Ebing, Wien und Wiener Neustadt (Niederösterreich) hin und her. Trotz einfach 390 Kilometern versuchen sie, sich so oft wie möglich zu sehen.

Sophie Schmutzer ist 2008 im Alter von zehn Jahren über ihre Eltern zum Stocksport gekommen. Bereits zwei Jahre später feierte sie als U14-Schützin ihre erste österreichische Meisterschaft. Während ihrer Nachwuchslaufbahn wurden es in den Altersklassen U14 bis U23 insgesamt zehn nationale Gold-, fünf Silber- und drei Bronzemedaillen. Danach sind bei den Damen noch einige dazugekommen, sodass sie mittlerweile 18-fache österreichische Meisterin ist. Dem Nationalteam des Bundes Österreichischer Eis- und Stocksportler (BÖE) gehört sie seit 2015 an und gewann im Juniorenbereich dreimal WM-Silber, dreimal WM-Bronze, einmal EM-Silber und zweimal EM-Bronze). Obwohl noch Juniorin, wurde sie 2019 mit 21 Jahren von den BÖE-Trainern bereits in die Damen-Nationalmannschaft berufen und feierte ein Jahr später in Regen ihren bis dahin größten Triumph mit dem Weltmeistertitel im Team-Zielwettbewerb der Damen. Außerdem holte sie bei den Juniorinnen noch Bronze im Einzel-Zielwettbewerb und mit dem U23-Ziel-Team Silber.

Nach der erfolgreichen WM in Niederbayern legte Schmutzer wegen Corona und Diplomprüfungen eine vierjährige Pause ein und musste dadurch unter anderem auf die WM 2022 am Ritten in Südtirol verzichten. Heuer in Waldkraiburg feierte die 25-Jährige dann ein grandioses Comeback. Österreichs einzige Doppelstarterin räumte bei der EM zwei Gold- (Einzel-Ziel und Ziel-Team-Mixed) sowie je eine Silber- (Ziel-Team-Damen) und eine Bronzemedaille (Mannschaftsspiel) ab. Damit avisierte sie zur erfolgreichsten Sportlerin aller Nationen.

Ihre Vorbereitung begann bereits im September vergangenen Jahres mit Grundlagenausdauer. Hinzu kamen Trainingsstunden auf Eis, wovon sie einige zusammen mit ihrem Freund auf der Eisbahn des EC Ebing sowie in den Eisstadien von Waldkraiburg und Germering bei München absolvierte. Anzinger stand seiner Freundin nur wenig nach. Zusammen mit Annalena Leitner vom SV Unterneukirchen wurde er bei den Weiten-Europameisterschaften auf dem Goggausee in Kärnten Premieren-Europameister im Mixed. Eine Silbermedaille kam mit der deutschen Herren-Nationalmannschaft dazu, im Einzel wurde er Fünfter.

Trotz der Erfolge gönnt sich das Paar keine Pause, sondern bereitet sich schon wieder auf die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2025 in Kapfenberg (Österreich) vor.

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