Burghausen – Ende einer Ära beim SV Wacker Burghausen: Kapitän Christoph Schulz geht nach 15 Jahren von Bord. Der 29-Jährige hat seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim Fußball-Regionalligisten nicht verlängert und wird ab der kommenden Saison beim Bayernligisten SV Erlbach als spielender Co-Trainer auflaufen.
„Eine schwere Entscheidung. Ich habe es mir nicht leicht gemacht“, erklärt der Rechtsverteidiger, der seit fünf Jahren die Kapitänsbinde trägt und seit über zehn Jahren zum Regionalliga-Kader der Salzachstädter gehört. Mit 18 Jahren debütierte der gebürtige Passauer beim 1:0-Erfolg in Schweinfurt im März 2015 unter Trainer Uwe Wolf in der Burghauser Regionalliga-Mannschaft. Seither ist er in der Beletage des bayerischen Fußballs 269-mal aufgelaufen: „Ich war immer stolz, für Wacker spielen zu dürfen, in diesem tollen Stadion, vor diesen tollen Fans. Das wird mir schon fehlen.“
Warum also dann der Abschied im Sommer? Da spielen verschiedene Gründe eine Rolle: Zum einen baut der junge Familienvater gerade in Emmerting ein Haus, zum anderen hätte er sich etwas mehr Wertschätzung seitens des Vereins gewünscht. „Es geht nicht mehr nur ausschließlich um Fußball“, will der studierte Wirtschaftsinformatiker, der bei Wacker in der SAP-Administration arbeitet, den Zeitaufwand für den Fußball zumindest etwas zurückschrauben: „Der SV Erlbach hat sich sehr um mich bemüht und mir ein tolles Paket angeboten.“
Wacker-Angebot kam spät
Reizvoller als die Wacker-Offerte? Die kam ziemlich spät, weil es zunächst hieß, dass man erst einen Sportlichen Leiter finden müsse. Der Posten ist bekanntlich immer noch vakant und das inzwischen abgegebene Angebot hat Schulz nicht überzeugt: „Jedes Jahr wurden auf meiner Position neue Leute geholt und am Ende habe ich doch immer gespielt. Natürlich gibt es Verteidiger, die mehr Assists machen, aber ich habe mich immer wieder durchgesetzt.“ Und auch abseits des Platzes hätte sich Schulz vonseiten des Vereins mehr Anerkennung gewünscht: „Jahr für Jahr haben wir einen Umbruch, im Sommer letzten Jahres waren es wieder 17 neue Leute. Da ist jeder anders, die muss man auch erst einmal menschlich in die Mannschaft integrieren.“ mb