Buchbach – Spiel eins für den TSV Buchbach nach der Trennung von Trainer Marc Unterberger: Am 32. Spieltag der Fußball-Regionalliga Bayern gastieren die Rot-Weißen beim designierten Meister 1. FC Nürnberg II und wollen am Samstag um 14 Uhr für eine Überraschung sorgen. „Wir wollen nicht zum Gratulieren nach Nürnberg fahren“, erklärt Interimscoach Kevin Hingerl.
Zusammen mit Johannes Klein will Hingerl die Buchbacher in den letzten drei Spielen der Saison wieder in die Erfolgsspur führen, der aktuelle Platz elf ist für den 32-Jährigen, der in der nächsten Saison aus familiären Gründen in der Regionalliga West für den FC Gütersloh auflaufen wird, unbefriedigend: „Unser Ziel war immer das vordere Drittel. Ich habe den Jungs die Tabelle in die Kabine gehängt.“
Rein theoretisch ist ein guter einstelliger Tabellenplatz für den noch amtierenden Vizemeister möglich, allerdings ist die Aufgabe in Nürnberg am Samstag mehr als anspruchsvoll. Hingerl: „Wir fahren zu der mit Abstand besten Mannschaft der Liga und wissen, was da auf uns zukommt.“ Die letzte Niederlage musste die Mannschaft von Trainer Andi Wolf, die nach dem 4:3 am Dienstag in Burghausen fünf Punkte Vorsprung auf die zweitplatzierte SpVgg Unterhaching hat, Mitte März beim 0:2 gegen die Münchner Vorstädter quittieren. Seither sind die Mittelfranken ungeschlagen und sammelten bei zwei Unentschieden sieben Siege ein. Oft nur Siege mit einem Tor Unterschied, aber das zeigt auf der anderen Seite auch die Qualität des kleinen Clubs, der eben gerade die vielen engen Spiele auf seine Seite ziehen kann. „Wir müssen uns jetzt noch dreimal straffen“, so die Vorgabe von Hingerl, der wegen einer Muskelverletzung selber nicht auf dem Platz stehen kann und wohl erst wieder beim letzten Heimspiel gegen Viktoria Aschaffenburg aktiv eingreifen wird. Auch für Joe Wieselsberger ist das Ziel die Heimpartie gegen die Viktoria. Ein Fragezeichen steht am Samstag noch hinter dem Einsatz von Rocco Tavra, sicher nicht dabei ist Albano Gashi, der eine Gelbsperre verbüßen muss. „Es wird einige Umstellungen geben“, kündigt Hingerl an, will sich aber natürlich nicht in die Karten schauen lassen, wobei er eine Personalie schon mal öffentlich macht: Angreifer Tobias Sztaf wird erstmals nach seiner Kreuzband-Verletzung wieder im Kader stehen, ist aber noch keine Option für die Startelf. Im besten Fall bekommt der 26-Jährige einige Minuten zum Reinschnuppern. Erst im Heimspiel gegen Aschaffenburg darf Sztaf, der in den fünf Spielen vor seiner Verletzung zwei Treffer erzielt hat, wieder auf mehr Spielzeit hoffen.
Mit zwölf Treffern war Sztaf ja in der vergangenen Saison eine der Säulen bei der Vizemeisterschaft, ebenso wie Daniel Muteba, der nach seiner Syndesmoseband-Operation noch einige Wochen ausfällt. Auch den Winterabgang von Sascha Hingerl konnten die Rot-Weißen bislang nicht vollständig kompensieren, wobei Samed Bahar wohl nach einigen Experimenten der beste Kandidat für die „Sechs“ sein könnte. „Wir müssen unser Mindset wieder hinbekommen und hinten den Laden dicht kriegen“, gibt Hingerl als Marschroute aus, um Zählbares aus der Frankenmetropole mitzunehmen.