Mühldorf – Die Offene Behindertenarbeit der Stiftung Ecksberg (OBA) nimmt seit zwei Jahren mit einem gecharterten Schiff an der „Friedensflotte“ teil und bietet damit sechs behinderten Menschen aus dem Landkreis Mühldorf in Begleitung von zwei Betreuern und zwei erfahrenen Skippern die Gelegenheit, an dem internationalen Ereignis teilzunehmen.
Eine Woche lang zu zehnt auf einem kleinen Schiff zu verbringen und gemeinsam zu segeln bedeutet vor allem zu lernen, alte Vorurteile über Bord zu werfen, jede Form von Ausgrenzung zu überwinden und Friedfertigkeiten zu lernen. „Der Gemeinschaftssinn wird unter den Teilnehmern enorm gestärkt“, sagt Marion Unterhitzenberger, eine der beiden Betreuerinnen, „weil man auf dem Boot lernen muss, darauf zu achten, wie es dem anderen gerade geht, ob zum Beispiel jemand mal schnell Hilfe braucht oder doch lieber in Ruhe gelassen werden möchte“.
„Lieber Gott im Meer, schick uns die Delfine her“ war das klassische Gebet unserer Teilnehmer, erzählt Unterhitzenberger. Es sei eine „unvergessliche Erfahrung“ gewesen, als dann tatsächlich plötzlich Delfine neben dem fahrenden Schiff auftauchten und das Boot eine Weile begleiteten. „Wie wenn sie der Besatzung noch einen besonderen Friedensgruß mitgeben wollten.“
Das gemütliche Segeln vor der schönen Kulisse der kroatischen Inselwelt mit ihren vielen kleinen Buchten, die zum kurzen Ankern und Baden vom Boot aus einluden, habe in den Teilnehmern Gefühle von Freude und Freiheit geweckt. Nach derartigen Eindrücken und Erlebnissen gab es dann abends immer noch das Ergebnis einer gemeinsam an Bord zubereiteten kulinarischen Besonderheit zu genießen – einmal gab es sogar „Grauhai“.
„Für unsere Teilnehmer wurde das einwöchige Segeln nicht nur zu einem unvergesslichen Gemeinschaftsprojekt, bei dem jeder so gut mithelfen durfte, wie er eben kann, sondern auch zu einem ganz persönlichen Entwicklungsprojekt, in dem die eigenen Kompetenzen erweitert, das Selbstwertgefühl gestärkt und an der persönlichen Friedfertigkeit gearbeitet werden durfte“, fasst Betreuerin Marion Unterhitzenberger zusammen.
Es gebe übrigens keine Ausschlusskriterien: „Jeder, der an der Friedensflotte teilnehmen möchte, ist herzlich willkommen.“ Auch die OBA der Stiftung Ecksberg will wieder mitfahren: Das nächste Angebot im Frühjahr 2018 ist bereits geplant.re