Erharting – „1984 war‘s, als ich meinen ersten Teich angelegt habe“, erzählt Willi Haberger. „Nach langen Überlegungen mit meiner Frau damals noch, griff ich zum Spaten und hob ihn eigenhändig aus“, sagt der gelernte Kfz-Elektriker. Der Teich sollte zwar eine sonnige, aber auch nicht zu sonnige Lage haben in seinem rund 1200 Quadratmeter großen Garten. „Natürlich legten wir eine Tiefwasserzone von über einem Meter an, damit die Fische sich im Winter tief unten aufhalten können und nicht einfrieren.“
Dann wurde die ganze Grube fein säuberlich von Steinen befreit, mit einem Flies ausgelegt und dann mit dicker Teichfolie. „Wie es sich gehört, haben wir oben einen Überstand gelassen und den nach dem Befüllen mit Wasser unter Steinen versteckt.“
Von Anfang an habe er seinen Teich nur mit Regenwasser befüllt. „Natürliches Wasser ist für die Fische und Pflanzen besser, als hartes Leitungswasser.“ In einer raffinierten Konstruktion hat er das Fallrohr auf der anderen Seite seines Hauses angezapft und einen dicken Schlauch rund ums Haus gelegt, der im Teich mündet. „Um den Zulauf muss ich mich nicht kümmern. Sobald es regnet, bekommt der Teich frisches Regenwasser – eine feine Sache!“
Auch an eine Flachwasserzone hat der findige Hobbygärtner gedacht. „Klar, ich wollte ja viele Pflanzen einsetzen.“ Ganz genau habe er sich informiert, was am besten wohin gepflanzt wird. „In die Tiefwasserzone eine schöne Seerose mit weiß-rosa farbenen Blüten und in die Flachzonen kamen in sogenannten Teichtöpfen Pfeilkraut, Wasserschachtelhalm und Krebsschere.“ Außerdem tummeln sich am Teich auch noch Wasserdost, Nachtkerzen und jede Menge Efeu. Alles gebe es in großer Auswahl im Fachhandel zu kaufen. „Aber vielleicht hat man ja auch einen Freund mit Teich, der einem ein paar Ableger abgibt“, schmunzelt Willi Haberger.
In den ersten Jahren sah das Ganze noch ein bisserl dürftig aus. „Da kommt man dann in Versuchung und pflanzt viel zu eng, damit es endlich grün wird im und rund um den Teich.“
Ja, und dann sei es ihm passiert, wie den meisten ungeduldigen Teichbesitzern: „Alles wucherte zu!“ Jedes Jahr muss sich der 68-Jährige nun eine Schneise zu seinen Teichen bahnen. „Da kommt man sich vor, wie im Dschungel“, lacht der Rentner.
Und auch in den Teichen hat sich Seerose und Co. stark vermehrt. „Im Herbst muss ich dringend wieder was tun und auslichten“, stöhnt er. Um nicht ins Wasser steigen zu müssen, habe er sich eine Sichel an eine lange Teleskopstange gebunden. „Damit kann ich die Blätter ganz gut schneiden und mit dem Käscher rausholen.“
Leider seien auch Wasserlinsen in den Teich gelangt. „Die haben wohl die Enten mitgebracht im Gefieder.“ Und die Wasserlinsen sorgen nun zwar für frisches Grün im Teich, aber vom Wasser sehe man nicht mehr viel.
Umschwirrt ist der Teich von vielen verschiedenen Libellen, Bienen und anderen Insekten und im Teich hat Haberger natürlich viele Frösche, aber auch Blutegel und sogar Molche – und Schnecken. „Zur Zucht der Schnecken habe ich einen eigenen Teich ohne Fische angelegt für Teich-, Spitzschlamm-, Deckel- und Posthornschnecken.“ Wenn die Schnecken eine gewisse Größe haben, werden sie in den großen Teich umgesetzt.
„Im Frühjahr kommen jedes Jahr Ringelnattern und fressen einen Großteil der Kaulquappen.“ Eine habe sich in seinem schattigen Garten sogar mal gehäutet. „Gut, dass sie kommen, sonst könnte ich mich der vielen Frösche wohl nicht mehr erwehren!“, sagt Willi Haberger. Er ist Naturliebhaber, hat viele Nistkästen und natürliche Lebensräume in seinem großen Garten geschaffen. „Doch eines wird man bei mir niemals finden: Chemie und Gift – ich lasse lieber der Natur ihren Lauf.“