Neumarkt-St. Veit – „Wir haben uns bei der Höhe des Haupthauses am Riebesecker-Haus orientiert“, kommt Richard Balk, Geschäftsführer der Balk-Gruppe, gleich zu Beginn des Gesprächs auf die Ausmaße des Gebäudes zu sprechen, das auf dem Areal hinter dem geschichtsträchtigen Schmidwirt entstehen wird. Denn hier hatte es im Genehmigungsverfahren Diskussionen gegeben, Anwohner hatten den Bau eines Gebäudes befürchtet, das alle anderen überragen würde. Dem ist aber nicht so, wie auch das 3D-Model veranschaulicht. Alles im Rahmen des Bebauungsplanes, betont Balk, hinter dem viele Monate der Planung liegen. „Wir haben sämtliche Schwierigkeitsgrade durchlaufen“, sagt er heute zurückblickend. Das begann mit der Untersuchung der Bodendenkmäler, die nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld gekostet habe. Das Ergebnis: 150 Befunde wurden dokumentiert, von Keramik über Pferdeskelette bis hin zu Hinweisen auf eine Siedlungsstruktur aus dem 15. oder 16. Jahrhundert und einen Graben, der einst den Marktplatz umgab. Diese Arbeiten sind nun abgeschlossen, nachdem auch der Stadtrat keine Einwendungen gegen das Projekt äußerte, setzte Balk die Planung fort. „Mit einer großen Portion Idealismus“, sagt der Bauherr. Denn auch der denkmalgeschützte Schmidwirt, der den Gebäudekomplex ergänzen soll, bedarf einer Sonderbehandlung. Von einer hohen sechsstelligen Summe spricht Balk, was alleine die Sanierung dieses Gebäudes betrifft, „das in keinem guten Zustand ist“. Ziel sei die „Konservierung“, die Versetzung des Hauses in einen Zustand wie vor 150 Jahren, erläutert Balk. Die ambulante Tagespflege und Beratungsräume werden später darin untergebracht. Ein „sozialer Hausmeister“ soll sich um die Belange der Bewohner kümmern sowie Veranstaltungen und gemeinsame Aktivitäten organisieren.
Die seniorengerechten Wohnungen entstehen in dem Neubau nebenan, auf dem rund 1600 Quadratmeter großen Grundstück an der Einmayrstraße. 29 Wohnungen sind in dem Neubau mit Tiefgarage geplant, der laut Balk in jeder Hinsicht den neuesten Anforderungen an seniorengerechtes Wohnen entsprechen soll, „frei von Barrieren und ausgestattet mit den entscheidenden Wohnvorteilen, die den Alltag erleichtern“.
Für die Stadt sei das Wohnkonzept, das Balk schon in mehreren Orten erfolgreich umgesetzt hat, „eine Riesenbereicherung“. Denn die zentrale Stadtlage des Komplexes ermögliche es den Bewohnern, den Stadtplatz sowie Einkaufsläden, Ärzte und Apotheken in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. „Eine Belebung des Einzelhandels!“
Balk betont, dass der Energieeffizienz nicht nur beim Bau eine bedeutende Rolle zukommt. Auf dem Pultdach soll außerdem eine Fotovoltaikanlage errichtet werden. Geplant ist auch eine zentrale Ladestation für E-Fahrzeuge. Ein Car-Sharing-Modell will man initiieren, um den Bewohnern zusätzliche Mobilität zu ermöglichen.
Bis es so weit ist, vergehen aber noch einige Monate. Baubeginn für das Projekt ist im Frühjahr 2018, mit einer Fertigstellung rechnet Balk im Sommer 2019. Investitionssumme: knapp 6,5 Millionen Euro.