Über 80 000 Euro hat die Stadt in die Fußballplätze in der Rennbahn investiert. Ist der FC Mühldorf damit einen entscheidenden Schritt weiter?
Was den Status Quo betrifft, helfen die Maßnahmen natürlich. Es wurde darüber hinaus auch an den Standorten in Mössling und Altmühldorf im kleinen Rahmen investiert. Dies ist im Sportstättenkonzept der Stadt für die Übergangsphase bis zu einem Sport- und Fußballzentrum auch so vorgesehen. Und eines möchte ich auch mal klarstellen: Die Investition in die Rennbahn ist keine reine Investition in die Zukunft des FC Mühldorf. Hier geht es auch um eine Investition in das Jugendgästehaus, das zu einer lizenzierten Sportjugendherberge ausgebaut werden soll.
Die Debatte zeigt, dass es große Vorbehalte gegen den Standort Altmühldorf gibt, den der FC Mühldorf favorisiert.
Ich wehre mich dagegen, dass es in der Öffentlichkeit immer heißt, der FC sei nicht gesprächsbereit oder lehne jeden Vorschlag ab. Wir haben uns lange angeschaut, was bei der Sportstättenentwicklungsplanung von Hr. Tibbe rauskommt. Schließlich hat er sich dafür ein Jahr Zeit genommen. Wir standen dem Vorhaben an der Harthauser Straße offen gegenüber, das dann wegen eines Lärmschutzgutachtens einige Monate nach dem Beschluss im Stadtrat gescheitert ist. Wir haben dann in einem gemeinsamen Gespräch mit der Stadt auch die Pläne für einen Bau in der Kiesgrube beerdigt. Noch einmal: Das war eine gemeinsame Entscheidung angesichts der Kosten in Höhe von fünf bis sechs Millionen Euro. Außerdem hätten hier nur drei Großfelder Platz gefunden, was auch nicht für den gesamten Verein gereicht hätte. Die Lösung Altmühldorf ist deutlich günstiger. Und sie ist klarer Auftrag unserer Mitglieder, die das in einer außerordentlichen Versammlung beschlossen haben. Ihnen müssen wir Vorstandsmitglieder im Februar zu dem Thema wieder Rede und Antwort stehen. Bis dahin muss eine grundsätzliche Entscheidung über die Umsetzbarkeit gefallen sein.
Ist denn der Standort Altmühldorf überhaupt realisierbar?
Altmühldorf könnte in mehreren Teilabschnitten finanziert und umgesetzt werden und dem FC endlich eine Heimat geben. Das sollte sowohl der Stadt als auch dem FC helfen. Was sofort umgesetzt werden sollte, wäre ein Kunstrasenplatz, auf dem das ganze Jahr gespielt werden kann. Ein weiterer Abschnitt wären die Umkleidekabinen. Erst später wäre die Zufahrt erforderlich. Bis zur endgültigen Fertigstellung würde die Anlage in Mößling natürlich noch weiter genutzt werden. So würde am Ende endlich die Heimat für 400 Kinder und Jugendliche entstehen, die der FC Mühldorf unter großem ehrenamtlichem Engagement betreut und ausbildet.
Im Stadtrat wurde der Vorwurf laut, Altbürgermeister Günther Knoblauch würde im Hintergrund die Fäden für Altmühldorf ziehen.
Dies ist eine ständige Unterstellung, die nur von der Realität ablenkt. Unsere Mitglieder haben uns einen Auftrag erteilt und die gesamte Vorstandschaft steht hinter dieser Entscheidung. Wir freuen uns über jeden, der bei unserer ehrenamtlichen Arbeit für rund 400 Jugendliche mithilft. Wir sind froh, dass Herr Knoblauch uns in der Vorstandschaft zur Seite steht und uns mit seinen Kontakten unterstützt.
Klingt nach einer verfahrenen Situation.
Ich hatte letzten Freitag ein gutes Gespräch bei Bürgermeisterin Marianne Zollner und Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner. Vereinbart haben wir dabei, dass der FC noch vor Jahresende die Möglichkeit bekommt im Stadtrat die Eckpunkte des Konzepts Altmühldorf vorzustellen, um hier die Zustimmung für weitere Planungen einzuholen. Damit man im Anschluss hoffentlich mit Unterstützung des Stadtrats weitermachen und das Vorhaben Schritt für Schritt umsetzen kann.