Neumarkt-St. Veit – Dass die Einsatzbereiche einer Feuerwehr mittlerweile nicht nur das Löschen von Bränden umfasst, ist bekannt. Es sind die zahlreichen Technischen Hilfeleistungen, zu denen die Feuerwehren immer mehr gerufen werden. Die Feuerwehren im Landkreis Mühldorf sind mit modernsten Gerätschaften ausgestattet, jedoch ist alles schwieriger und komplexer geworden. Daher ist es notwendig, die Einsatzkräfte mit einer fachgerechten Ausbildung auf den neuesten Stand zu bringen.
Die Staatliche Feuerwehrschule Geretsried bietet dafür einen zweitägigen Lehrgang Technische Hilfeleistung an. Mit zwei Wechselladerfahrzeugen und umfangreichem Equipment sind die sechs Lehrkräfte der Feuerwehrschule in Neumarkt-St. Veit angekommen. Insgesamt wurden 72 Feuerwehrkameradinnen und -kameraden aus 16 Feuerwehren – Neumarkt-St. Veit, Egglkofen, Niedertaufkirchen, Irl, Mößling, Erharting, Kraiburg, Taufkirchen, Heldenstein, Rattenkirchen, Polling, Weiding, Mühldorf, Waldkraiburg, Obertaufkirchen und Grünthal – jeweils zwei Tage lang geschult.
Der erste Tag begann im Schulungsraum der Feuerwehr Neumarkt-St. Veit mit einer theoretischen Unterrichtseinheit. Bei dem Thema alternative Fahrzeugantriebe wiesen sie auf mögliche Gefahren hin und gaben Tipps für die Personenrettung. Im Anschluss wurden die acht Feuerwehren in vier Gruppen eingeteilt und durchliefen auf dem Gelände des Bauhofs in Neumarkt-St. Veit vier Stationen.
An einer Station wurde das Thema „Ziehen von schweren Lasten “ mittels Greifzug geschult. An der zweiten Station wurde das Sichern und Aufstellen eines auf der Seite liegenden Pkw gezeigt. An der nächsten Station wurde das Trennen von Gegenständen mit verschiedenen Gerätschaften geprobt, und bei der letzten Station wurde das Heben von schweren Lasten geübt.
Nachdem alle Gruppen die Stationen absolviert hatten, wurde auf die Gefahren durch nicht ausgelöste Airbags hingewiesen. Bei einem Fahrzeug wurden dazu sämtliche Airbags ausgelöst.
Am zweiten Tag der Fortbildung waren alle erneut bei zwei Übungen gefordert. Alle vier Gruppen mussten zwei Übungen nacheinander abarbeiten. Wobei keine der Gruppen das gleiche Szenario hatte: An der einen Übungsstation war zunächst ein Verkehrsunfall nachgestellt, bei dem eine Person unter dem Fahrzeug, die andere im Fahrzeug eingeklemmt war. Echte Pkw Übungspuppen und nachgestellte Passanten beziehungsweise Pkw-Insassen gestalteten diese Übung überaus realitätsnah.
In der zweiten Übungsstation hatten die Teilnehmer die Gelegenheit an einem Lkw-Simulator, den die Feuerwehrschule dabei hatte, zu üben. So konnten sie das Ansetzen und Arbeiten mit den hydraulischen Rettungsgeräten üben. Dabei wurde den Rettern bewusst, vor welchen weiteren Herausforderungen sie bei einem Lkw-Unfall gestellt werden. Sei es die gefederte Kabine zu sichern, das Überprüfen der Ladung oder die schweren Kabinentüren, die beim Wegschneiden nicht so einfach zu halten sind.re