Heldenstein – Zur Hegering-Versammlung traf sich die Jägerschaft beim Alten Wirt in Heldenstein. Hegeringleiter Axel Fromm gab einen Jahresrückblick.
So berichtete er über die Beteiligung an regelmäßigen Stammtischtreffen in den Jagdrevieren, ausgehend von der Kreisgruppe Mühldorf, mit Jahres- und Kassenberichten sowie einer Hegeschau, wobei alle aus dem zurückliegenden jeweiligen Zeitabschnitt gesammelten Reh-Gehörne vorgestellt und gewertet wurden.
Gemeinsam mit der Wildlandstiftung wurden in den Jagdrevieren mit Schulklassen Waldgänge unternommen mit Spurenlesen, Bestimmen der Waldbäume und Kennenlernen der Waldtiere anhand von Tierpräparaten, die im Wald platziert wurden. Eine Attraktion dabei ist immer die Arbeit mit dem Jagdhund, der versteckte Beute finden und bringen muss.
Naturgerecht gestaltet sich die Zusammenarbeit von Jägern und Landwirten bei der „Wildaktion“. Hier konnten in den vergangenen fünf Jahren von der Zeitler-Stiftung bereitgestellte 250000 Euro eingesetzt werden, die in Form von Gutscheinen an die Landwirte verteilt werden zum Anbau von Zwischenfrucht auf den Feldern, was vom Herbst bis ins Frühjahr dem Wild Möglichkeiten der Deckung und zum Äsen gibt. Neu ist die Nachsuch-Vereinbarung über eine BJV-Digital-Eintragung. Flüchtet ein angeschossenes Wild von einem in ein anderes Revier, darf über die Grenze hinweg gejagt werden. Wilfried Portisch und Peter Bichlmaier haben diese Vereinbarung für Heldenstein bereits unterschrieben.
Laut Axel Fromm ist die Hegegemeinschaft sehr gut unterwegs. Besonders erfreulich findet er die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten.
Als Problem stellte er das verstärkte Vorkommen von Schwarzwild in der Region dar. Dementsprechend müssen sich die Jäger rüsten, um den Umgang mit der neuen Situation zu lernen. Arbeitskreise von Jägern und Landwirten wurden gegründet, um im Vorfeld tätig zu werden – eine Maßnahme, die mit Zunahme von Schwarzwildvorkommen weiterhin notwendig sein wird. Die Landwirte sind gefordert, Schneisen in den Maisfeldern frei zu halten. Mit Drückjagdständern sei so die Möglichkeit der Beobachtung gegeben.
Um Schwarzwild zu jagen, müssen Jäger einen Schießübungsnachweis auf laufendes Schwarzwild besitzen. Hierzu können sie zum Beispiel ein Schießkino als Übungsfeld nutzen, um so ihre Schießfertigkeit zu trainieren.
Ganz wichtig bei der Schwarzwildjagd sei die Beachtung von ASB, einer Erkrankung, die mit dem Schwarzwild eingeschleppt wird und die auf Hausschweine übertragen werden kann. So gilt, dass der Jäger oder ein anderer Finder ein totes Tier nicht berühren darf, sondern sofort das Veterinäramt verständigen muss. Mithilfe eines speziellen Überwachungs-Systems für die Wildschweinjagd hat über den Hegering jeder Einblick in die Vorkommnisse mit Schwarzwild.
Weiterhin konnte Axel Fromm von der Beteiligung am Trachten- und Schützenzug in Mühldorf sowie von der Unterstützung der 20-Jahr-Feier der Wildlandstiftung mit speziellen Beiträgen berichten, vom Einsatz der Jagdhornbläser, Verkauf von Eigenprodukten wie Honig und vieles mehr sowie Unterhaltung für die Kinder. Ein Ereignis war der Ausflug nach Thüringen, wo in der Manufaktur Heym Jagdwaffen besichtigt wurden.
Ebenfalls eine besondere Aktion ist das seit dem Frühjahr mit dem Bund Naturschutz durchgeführte „Rebhuhn-Projekt“, das Wilfried Portisch anschließend vorstellte und das aufgrund des guten Erfolges weitergeführt werden soll.