Tüßling – Erst seit 2014 gibt es den Tüßlinger Verein „Ambatana“, schon bald kann er seine Hilfe in Kenia noch gezielter einsetzen. Was noch Anfang des Jahres in weiter Ferne war, ist nun Wirklichkeit geworden: Im Januar soll der Bau für ein „Haus der Gemeinschaft“ beginnen. Der Verein hatte sich dies als langfristiges Ziel gesetzt.
40 Kinder sollen in dem „Haus der Gemeinschaft“ ein neues Zuhause finden. Neben zwei Schlaftrakts soll es noch ein Gebäude für die Essensausgabe geben. Das Grundstück liegt im Süden Kenias, Mitten im Massai-Gebiet. Bislang unterstützt der Verein die Patenschaften für 25 Kinder – Waisen oder benachteiligte Kinder, die bisher privat untergebracht sind.
„Wir wollen dort ansetzen, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird“, beschreibt Verena Donislreiter das Engagement des Vereins. Die Vorsitzende hat vor drei Jahren nach einem Aufenthalt in Kenia mit Lena Loidl „Ambatana“ gegründet. Seit Mai 2014 arbeitet diese Initiative junger Menschen mit der kenianischen Hilfsorganisation YISOG um Father Tito zusammen. Die Partnerorganisation ist es auch, die sich später vor Ort um die Kinder kümmert.
„Dort ansetzen, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird“, lautet die Prämisse des Vereins. Daher ist das Ziel auch eine langfristige und nachhaltige Hilfe. Es geht um ganz einfache Dinge: Essen, sauberes Trinkwasser und Schulbildung. Diese Grundbedürfnisse – Essen und Schulbildung – soll für viele Kinder zwischen fünf und 18 Jahren im „Haus der Gemeinschaft“ nicht länger ein Traum sein. Doch das Haus soll auch Zufluchtsort sein für Mädchen, die von Zwangsheirat oder Beschneidung bedroht sind. Diese könnten dann vorübergehend in dem Haus aufgenommen werden, bis eine Lösung mit den Familien gefunden worden ist.
Mit dem Bau wird es nicht nur für Kinder eine Perspektive geben, denn auch neue Arbeitsplätze sollen entstehen.
Die Unterhaltskosten für das Waisenhaus sollen sich über Kinderpatenschaften tragen. 2900 Euro leistet der Verein jetzt schon monatlich über Patenschaften, nach dem Bau werden etwa 4500 Euro nötig sein.
„Mit 30 Euro ist die komplette Grundsicherung – Essen, Kleidung und Schule – sichergestellt“, erzählt Verena Donislreiter. Das Geld über Patenschaften biete Planungssicherheit, aber ganz werde es wohl nicht ausreichen. „Es sind weiterhin Veranstaltungen geplant“, ist sich Verena Donislreiter sicher.
Der Bau des Waisenhauses kostet etwa 100000 Euro. Möglich ist dies durch zwei größere Spenden: Die Futura Stiftung unterstützt das Vorhaben mit 80000 Euro. Anfang September kam die Zusage aus Hamburg. Doch gleichzeitig gab es auch eine traurige Nachricht für den Verein: Johannes Haider aus Kraiburg, ein großer Unterstützer des Vereins, ist verstorben.
„Das Haus der Gemeinschaft war sein größtes Anliegen. Er hat seine Kontakte genutzt, um uns dabei zu helfen. Leider hat er es nicht mehr erlebt, dass als der Verein die Zusage für die Fördersumme bekommen hat“, sagt Verena Donislreiter. In Gedenken an Johannes Haider erreichten den Verein Spenden von 12000 Euro, die jetzt maßgeblich zum „Haus der Gemeinschaft“ beitragen.
„Jetzt können wir nicht nur mit dem Bau anfangen, sondern ihn auch fertigstellen“, freut sich die Vorsitzende, die im Januar beim Spatenstich dabei sein wird. Acht bis neun Monate soll der Bau dauern, bis die Kinder in ihr neues Zuhause umziehen – und das große Ziel von Ambatana ist dann Wirklichkeit.