Aus dem Gemeinderat

Masterplan für Leerrohre

von Redaktion

Einsparpotenzial beim Breitbandausbau: Um Kosten zu sparen, sollen bei Infrastrukturmaßnahmen gleich Leerrohre verlegt werden. Dafür braucht es aber einen Plan.

Buchbach – Wieder einmal beschäftigte der Breitbandausbau den Marktgemeinderat. Paul Roither von der Firma Corvese sagte, dass kommunale Infrastrukturbaumaßnahmen wie Kanalsanierungen, Dorferneuerung, die Erschließung von Neubaugebieten und Ähnlichem die Gelegenheit bieten, hier gleich Leerrohren für die Glasfasererschließung mitzuverlegen.

Da die Tiefbaukosten beim Aufbau eines Glasfasernetzes zwischen 70 und 80 Prozent der Gesamtinvestition betragen, bestehe großes Einsparpotenzial, wenn die Kommune einen sogenannten Masterplan habe. Ansonsten sind die Kosten des Breitbandausbaus insbesondere im ländlichen, dünn besiedelten Raum wirtschaftlich kaum darstellbar. Diese Leerrohre erhöhen auch die Motivation eines Anbieters zum Betrieb eines Netzes, weil dann der Aufbau eines Netzes mit geringeren Investitionen darstellbar sei. Langfristig biete sich für die Gemeinde ein weiterer wirtschaftlicher Vorteil: Gemeindeeigene Leerrohre können später an einen Netzbetreiber vermietet oder verkauft werden.

Kostengünstige

Sicherung

Durch das 2016 in Kraft getretene Gesetz der Bundesregierung zum Breitbandausbau („DigiNetzGesetz“) ist die Mitverlegung von Leerrohren bei allen aus öffentlichen Geldern finanzierten Baumaßnahmen obligatorisch, um die kostengünstige Sicherung des zukünftigen Breitbandbedarfes zu garantieren. Diese Vorgabe ist, so Roither, nur mit einem Masterplan zu erfüllen. Deshalb hat der Marktgemeinderat bereits in der Oktober-Sitzung die Firma Corvese mit der Erstellung eines Masterplans beauftragt.

Roither stellt dem Marktgemeinderat den erstellten Masterplan vor. Dieser ist ein übergeordneter Plan für das gesamte Gemeindegebiet. Damit hat der Markt Buchbach bei zukünftigen Tiefbaumaßnahmen eine Vorgabe, welche Leerrohre in den betreffenden Abschnitten verlegt werden sollen, um bei einer späteren Umsetzung des Gesamtkonzeptes ein schlüssiges Leitungsnetz zu haben. Die bisher verlegte Infrastruktur ist im Masterplan nicht berücksichtigt. Sie dürfte aber grundsätzlich verwendbar sein, beantwortete Roither die Nachfragen von Josef Hargasser und Josef Genzinger.

Bei den kürzlich ausgeführten Tiefbaumaßnahmen in Langenloh und auch bei der Strecke von Felizenzell in Richtung Niederloher Kreuz seien bereits Leerrohre gemäß Masterplan mitverlegt worden.

Der Marktgemeinderat musste aber auch noch das weitere Vorgehen zum Ausbau der Breitbandversorgung festlegen. Paul Roither listete auf, welche Förderbescheide die Marktgemeinde bereits hat. Zudem stellte er die Rahmenbedingungen des bayerischen und des Bundesförderprogrammes gegenüber. Dabei wurde deutlich, dass beim bayerischen Förderprogramm zwar weniger Mittel zur Verfügung stehen, die Mittel aus dem Bundesförderprogramm allerdings wegen der Vielzahl von Anträgen unsicherer sind.

So verständigte sich der Marktgemeinderat mit der Variante „Ausbau bis zu den Grundstücksgrenzen“ in die Ausschreibung zu gehen und die weitere Umsetzung des Ausbaus im Rahmen des bayerischen Förderprogrammes abzuwickeln. Das Ausbaugebiet wird dabei in zwei Lose aufgeteilt, um im Fall der Fälle zumindest einen Teil umsetzen zu können.

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