Mühldorf – In den Ferien denken viele Jugendliche an Sonne, Strand und Meer. Bei Cedric Vorbach war es in diesem Jahr anders. Gemeinsam mit Michael Luft aus Zangberg und Thomas Steinberger aus Schönberg nahm er am Jugendlager der Kriegsgräberfürsorge in Costermano am Gardasee teil, um deutsche Kriegsgräber zu pflegen. An einem Informationsnachmittag des Kreisverbands der KSRK Mühldorf schilderte Cedric Vorbach stellvertretend seine beeindruckenden Erlebnisse.
Zunächst ging es für die drei Jugendlichen mit einem Bundeswehrbus nach Italien, dort bezogen sie die Unterkunft in einer Jugendherberge. Zwei Köche der Bundeswehr versorgten die Jugendlichen mit Essen. „Gemeinsam mit weiteren Jugendlichen aus ganz Deutschland haben wir nebeneinander im Soldatenfriedhof die Gräber geschrubbt und Unkraut gejätet: das verbindet und wir haben viele neue Freundschaften geschlossen“, erzählt Vorbach, den die Reise so beeindruckt hat, dass er sich für das kommende Jahr erneut angemeldet hat (siehe Infokasten „Jugendlager 2018“). „Besonders erschreckend ist, dass viele Gefallene sehr jung waren, oftmals nicht älter als 15 Jahre. Das waren Erlebnisse für uns, die man nicht so schnell vergisst.“
Neben der Arbeit an den Kriegsgräbern hat auch das Rahmenprogramm einen positiven Eindruck hinterlassen. So standen Ausflüge nach Venedig oder Verona oder Baden im Gardasee auf der Tagesordnung. „Abends saßen wir auf der Terrasse und erzählten von unseren Gedanken. Wir haben uns mit der Geschichte auseinandergesetzt und gelernt, wie wichtig der Frieden in der Welt ist“, sagt Vorbach. „Wir haben gemeinsam über Religionen und auch über Vorurteile gegenüber anderen Kulturen gesprochen. Es war eine wunderschöne Zeit, die uns viel gebracht hat und die wir auch nicht missen möchten.“ Gefeiert wurde heuer zudem ein Jubiläum: 50 Jahre Jugendlager in Costamana. Aus diesem Anlass fuhr auch der Jugendbeauftragte der Volksfürsorge, Josef Gebler, nach Italien. Er erzählte von der beeindruckenden Festveranstaltung am Soldatenfriedhof und den 1000 Blumensträußen, die an den Gräbern der unbekannten Soldaten gegen das Vergessen niedergelegt wurden. Sein Resümee: „Dort entwickelt sich ein guter Nachwuchs gegen das Vergessen.“