Mettenheim – Als wohl wichtigste Erkenntnis nahmen die Zuhörer von diesem Abend mit, dass sie als Erwachsene unbedingt ihr Wissen über die neuen Medien erweitern müssen, um Kinder und Jugendliche bei der Nutzung sozialer Netzwerke wie Facebook, Instagram, der Messengerdienste WhatsApp und Snapchat, des Online-Video-Portals Youtube begleiten zu können.
Eltern sollen immer das Gespräch suchen
Raimund Runde räumte mit verschiedenen Medienmythen auf, zum Beispiel damit, dass „digital Natives“ (mit neuen Medien aufgewachsene Personen) alles wüssten. Denn das Wissen der Jugend über die Technik reiche keinesfalls aus, um alle Konsequenzen ihres Tuns zu begreifen und stets verantwortungsbewusst mit problematischen Inhalten umzugehen. Vor allem die Eltern sollten deshalb immer wieder das Gespräch mit ihren heranwachsenden Töchtern und Söhnen suchen, sich die Gründe für ihr Handeln erklären lassen und mit ihnen über konsumierte Inhalte diskutieren statt mit strikten Verboten zu reagieren.
Die Ursachen für die auch oft kritisierte, ausufernde Mediennutzung gelte es im Einzelfall zu erfragen, um gemeinsam Lösungen zu finden – etwa Regeln für eine beschränkte Zeit im Netz, riet der Medienexperte. Er warb unter den Anwesenden um Verständnis dafür, dass sich gerade die junge Generation die heutige Welt im Internet erschließe. In dem Zusammenhang verwies er auf den pädagogischen Wert vieler Programme und wandte sich gegen gängige Vorurteile der Erwachsenen, indem er erklärte: „Es gibt nicht nur Ballerspiele!“
Medienkompetenz stärkt Selbstbewusstsein
Wachsende Medienkompetenz stärke auch das Selbstbewusstsein und die Unabhängigkeit der jungen Nutzer, wusste er aus eigener beruflicher Erfahrung im Umgang mit Jugendlichen zu berichten.
Ungeachtet dessen benannte der Referent auch die Gefahren der Mediennutzung durch Cybermobbing, Fake News, Fake Profiles, den Umgang mit Pornografie und Extremismus, wobei er viele konkrete Tipps für angemessene Reaktionen gab.
Grundsätzlich plädierte er für einen sensibleren Umgang mit privaten Daten im Netz, weil das Internet bekanntlich nie vergisst. Es verbiete sich daher, ungesicherte Internetzugänge zu nutzen, sensible Daten oder Passwörter auf Rechner oder Smartphone zu speichern und Clouddienste wegen der allgemein möglichen Einsicht in die Daten zu verwenden.
Zu guter Letzt gab Runde noch einen Schnellkurs in Sachen Rechtsgrundlagen für die Nutzung neuer Medien. Danach bedarf es zum Beispiel der persönlichen Einwilligung, bevor das Foto eines Menschen ins Netz gestellt wird.