Haag – Die Themenbereiche der Bilder und Texte gliedern sich in die Darstellung der Grafschaft Haag, der Reformation vom Thesenanschlag bis zum Religionsfrieden, der Kirchenorganisation in der Grafschaft Haag von 1541 bis 1566, Graf Ladislaus und die folgende Rekatholisierung. Die Inhalte überarbeitete Vorstand Gerhard Kramer, der ein wichtiges Jubiläumsdatum für Haag im nächsten Jahr nennt: „Wir gedenken damit auch der Ausrufung der Religionsfreiheit in der Grafschaft anno 1588.“ 450 Jahre sind dann verflossen, als die Haager „protestantisch“ wurden.
Nicht fehlen darf im Rahmen so einer Ausstellung das berühmte Ölgemälde des Grafen Ladislaus im Ornat des Reichsgrafen mit Geparden von dem Münchener Hofmaler Mielich aus dem Jahre 1557. Das Original befindet sich bei den Fürsten in Liechtenstein. „Das markanteste an der Haager Reformation war die öffentliche Ausrufung der Religionsfreiheit“, so Gerhard Kramer. Jeder Untertan sollte frei nach seinem Gewissen entscheiden können, welche Konfession er wählen wollte. Sie habe zu den unterschiedlichsten Ergebnissen geführt.
Zu etwa 85 Prozent
evangelisch
Eine Karte zeigt die Flächen und Kirchen der ehemaligen sechs Pfarreien farbig: Kirchdorf, Schwindau, Albaching, Schwindkirchen, Rechtmehring und Rieden. Die beiden südlichen Pfarreien Albaching und Rieden waren von der Reformation wenig berührt. In den beiden mittleren Rechtmehring und Kirchdorf hielten sich Katholiken und Evangelische etwa die Waage.
Bei den beiden nördlichen Pfarreien Schwindau und Schwindkirchen dominierten die Evangelischen stark. So war die Pfarrei Schwindkirchen zu etwa 85 Prozent evangelisch, in der Pfarrei Schwindau waren es 96 Prozent. Dargestellt sind auch die Rechte der Haager Landeskirche, die Einsetzung der Pfarrer und ihre Konfession. Mit dem Tod von Graf Ladislaus 1566 ging der Traum von der Haager Reformation schon wieder zu Ende: Die Truppen der Wittelsbacher standen an der Grenze, Haag wurde bayerisch und katholisch. Das wollten sich einige nicht gefallen lassen, sie mussten „samt Weib und Kinder“ auswandern.