Schwindegg – Fast eineinhalb Stunden dauerte der Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters. Die Maßnahmen im vergangenen Jahr waren überschaubar, das eine oder andere konnte nicht umgesetzt werden. Was auffiel, waren die vielen Baustellen: Eisenbahnüberführung, Autobahnbau, Breitbandverkabelung, Wasserleitungsbau – dies alles sorgte und sorgt noch auf absehbare Zeit für schwierige Bedingungen.
Bei einem Blick auf die finanzielle Situation stellte Dr. Dürner fest, dass die Steuereinnahmen im abgelaufenen Jahr nicht schlecht waren, insbesondere die örtlichen Grund- und Gewerbesteuereinnahmen blieben stabil.
Die Gewerbebetriebe tragen jedes Jahr mit der Gewerbesteuer erheblich zur Finanzierung der Infrastruktur und zur Verbesserung der Lebensqualität bei. „Die Gemeinde musste keine neuen Schulden für laufende Maßnahmen machen“, stellte Dr. Dürner fest, „sondern sie konnte sogar einige Darlehen ablösen“.
Mit den soliden Einnahmen trägt Schwindegg weiterhin kräftig zur Finanzierung des Kreishaushaltes bei, 2016 mit 1,5 Millionen und im laufenden Jahr mit fast zwei Millionen Euro.
Weitgehend abgeschlossen ist die Bahnüberführung an der Buchbacher Straße. Es ergaben sich Verbesserungen, für die Fußgänger ist die Passage sicherer geworden. Abgeschlossen sind auch kleinere Dinge: Am Friedhof konnten die Wege mit einer Spritzdecke versehen werden, um die Ausschwemmungen zu vermindern; bei Viehweid konnte ein Stück des Fuß- und Radwegeverbindung fertiggestellt werden.
Derzeit laufende Maßnahmen sind: Offene Baugruben, Umleitungen ohne Ende, die Breitbanderschließung läuft. Für die Verbesserung der Versorgung im Außenbereich, insbesondere im Bereich der ehemaligen Gemeinde Walkersaich, hat der Vertragspartner mit den Arbeiten begonnen. Das vertraglich zugesicherte Ende der Arbeiten lag im Sommer 2017, die aktuelle Ankündigung liegt jetzt zweites Quartal 2018.
Der Genehmigungsprozess für die Rimbacher Brücke hatte sich lange hingezogen, nun ist sie im Bau. Wenn nicht Unvorhergesehenes passiert, wird sie noch vor dem Winter befahrbar, die komplette Fertigstellung wird im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein.
Die nächste Brückensanierung wird die Isenbrücke sein, auch hier nagt schon der Zahn der Zeit. Die Umrüstung auf LED-Leuchten ist im Gange, ein großer Teil der Laternen ist bereits umgerüstet. Das nächste größere Projekt ist die Sanierung des Altbauteils der Schule. Die Fenster werden ausgetauscht, die Isolierung des Mauerwerks ist zu verbessern. Dazu soll eine Hackschnitzelheizung die Schule mit Wärme versorgen. Die Maßnahme soll im nächstes Jahr beginnen, erster Schritt wird das Heizungsgebäude sein.
Knapp 4,7 Millionen Euro hat dann die Gemeinde für Kinderkrippe, Kindergarten und Schulkindbetreuung und Schulsanierung ausgegeben, und dafür rund 2,4 Millionen Euro als Zuwendung erhalten.
An der A94 wird mächtig gebaut und zwar auf der gesamten Strecke zwischen Pastetten und Heldenstein. Es sind nicht die Maßnahmen der Gemeinde Schwindegg, aber die Auswirkungen betreffen die Bevölkerung. Zusätzlicher Schwerlastverkehr, Umleitungen, Straßensperrungen. Teilweise sind Ortsteile in der Gemeinde nur sehr schwer erreichbar. Die Verwaltung ist zuversichtlich, dass wegen des guten Baufortschrittes dies sehr bald Vergangenheit ist, und erste Straßenwiederherstellungen in Reibersdorf und Schwindach zeigen, dass die entstandenen Straßenschäden behoben werden.
Derzeit hat die Gemeinde keine Baugrundstücke zur Verfügung. Lediglich eine Bebauungsabrundung im Südwesten lassen zwei oder drei Grundstücke erwarten. Die Gemeinde arbeitet derzeit an einem neuen Flächennutzungsplan. Es mussten auf Wunsch des Gemeinderates noch einige Dinge abgeklärt werden, bevor das Verfahren weitergeht. Eine erste Information hatten die Bürger bereits Anfang des Jahres in einer Bürgerversammlung erhalten. Bürgermeister Dr. Dürner geht davon aus, dass Anfang nächsten Jahres konkrete Schritte unternommen werden können.
Der Starkregen 2016 in der Folge des Hagelunwetters hat in Schwindegg große Schäden verursacht. Es wurden Fachleute beauftragt, Lösungen zu ermitteln, wo und wie das Wasser zurückgehalten werden kann, oder es schadlos abzuleiten, bevor es in den Ort kommt. Dazu muss die Regenwasserkanalisation verbessert werden, damit zukünftig mehr Wasser schneller abgeleitet werden kann.
Außerdem bezieht die Gemeinde die Klimaänderungen in die Bauleitplanung mit ein, dies soll auch bei der Feuerwehrbedarfsplanung und die zukünftige Ausstattung der Wehren berücksichtigt werden. So ist für die Feuerwehr Schwindegg die Anschaffung eines Mehrzweckfahrzeuges geplant sowie zusätzliche Pumpen. Der Standort der Feuerwehr Walkersaich soll gesichert werden, weil bei Isen-Hochwasser eine Zufahrt aus Schwindegg unmöglich ist.
Von den Bürgern erarbeitet, aber noch nicht umgesetzt wurde die Ortseingangsbeschilderung, die den Vereinen und Akteuren ermöglicht, an prägnanter Stelle auf ihre Veranstaltungen hinzuweisen und die Aufstellung von Ortsplänen. Dies musste aus Kapazitätsgründen auf das kommende Jahr verschoben werden.
Am zweigleisigen Ausbau plant die Bahn weiter. Der Ausbau ist im Bundesverkehrswegeplan. Mit eingehenden Bodenuntersuchungen wurde die Planung vorbereitet. Uneinigkeit herrscht noch über die Schließung des Bahnübergangs beim Holzwerk Obermeier. Über die ersatzlose oder nicht ersatzlose Schließung und deren Auswirkung soll ein Verkehrsgutachten Auskunft geben, das Bahn, Straßenbauamt, Landkreis sowie die Gemeinden Obertaufkirchen und Schwindegg in Auftrag gegeben haben. Für Bürgermeister Dr. Dürner wäre eine ersatzlose Schließung ein Schildbürgerstreich, der erhebliche Verkehrslasten nach Obertaufkirchen und Schwindegg bringen würde, was er und der Gemeinderat so nicht „kampflos“ hinnehmen werden.
Zum Abschluss bedankte sich Bürgermeister Dr. Dürner beim Kulturverein, der für die Vorbereitung und Bewirtung bei Manne Beck verantwortlich war. Ein weiterer Dank galt allen Ehrenamtlichen, die sich bei der Betreuung der Flüchtlinge und Asylbewerber engagieren. „Auch ihnen ist es zu verdanken, dass alles in Schwindegg so reibungslos verläuft“, stellte Bürgermeister Dr. Dürner fest und sagte weiter: „Wir brauchen nach wie vor diese Unterstützung, damit auch die Integration gelingt!“
Zum Abschluss forderte er alle Anwesenden zur Hilfe auf, es würden noch Ehrenamtliche gebraucht, „denn erfolgreiche Integration erfordert Zeit, und auch die, die nur vorübergehend hier sind, begegnen uns sicher auch zukünftig mit Respekt, wenn wir sie gut behandeln“.