Erdölförderung im landkreis?

Entscheidung fällt im Frühjahr

von Redaktion

Wird in der Region wieder Erdöl aus dem Ampfinger Sandstein gefördert? Die endgültige Antwort gibt es noch nicht. Bei einer Informationsveranstaltung sagte RDG-Projektleiter Ernst Burgschwaiger, dass wohl im März oder April eine Entscheidung fallen wird.

Mühldorf/Ampfing – Aktuell nimmt das mögliche Erdölvorkommen im Untergrund im wahrsten Sinne des Wortes Gestalt an. „Im Detail haben wir ein genaueres Bild“, sagte Burgschwaiger. Es ergibt sich aus den Daten, die das Unternehmen bei seismischen Messungen im Landkreis seit Jahresanfang gewonnen hat (wir berichteten). Derzeit interpretieren Geologen die Daten, erklärte der RDG-Geschäftsführer. Auch zum Thema Geothermie lässt sich mit den Daten mehr sagen: „Diese Info ist jetzt da“, so Ernst Burgschwaiger. Dass diese Form der Energiegewinnung gerade die Kommunen interessiert, war am Donnerstagabend auch daran zu erkennen, dass viele Bürgermeister und Gemeinderäte bei der Veranstaltung waren. Entschieden ist aber noch nichts: Sollte man bei der RDG im Frühjahr zu dem Schluss kommen, dass eine Förderung von Erdöl wirtschaftlich ist, könnte nach Unternehmensauskünften 2019 damit begonnen werden.

Im Grunde läuft bei der RDG derzeit aber gerade noch die Auswertung der Daten. In einem ersten Schritt wurden bis etwa Mitte Oktober die seismischen Daten bearbeitet. Der RDG-Geschäftsführer sprach von einem sogenannten „Datenwürfel“. Im Grunde wurden die Einzelbilder, die auf rund 190 Quadratkilometern entstanden, zu diesem Datenwürfel zusammengesetzt. Der Fokus habe auf der oberen Kante des möglichen Ampfinger Sandsteins gelegen, der rund 15 Meter breit sein soll. Aber auch auf die weiter im Untergrund liegenden Geothermie-Vorkommen werfen die Experten ein Auge.

„Ein Sandstrand von Rattenkirchen bis Mettenheim.“

RDG-Geschäftsführer Burgschwaiger

Mathematiker hätten, so der RDG-Geschäftsführer, die Daten zunächst bearbeitet. Da es sich um mathematische Verfahren handelt, die vielen zu abstrakt sein dürften, zeigte Burgschweiger Bilder, die sich aus den Daten ergeben haben. Im Grunde sind darauf zunächst Linien zu sehen, die aber Lücken haben. Diese „Unschärfen“ könnten die Mathematiker „scharf stellen“. Diesen Datensatz wiederum zu interpretieren, das ist die Aufgabe von Geologen. Sie würden unter anderem Lage und Größe des Ampfinger Sandsteins, in dem noch Erdöl sein könnte, liefern.

Neben den Daten der seismischen Messung seien auch Bohrkerne ausgewertet worden. Die RDG hatte bis Ende 2016 südlich von Ampfing eine Probeförderung vorgenommen. Darüber hinaus gibt es auch Kerne vergangener Bohrungen. Im Gestein wurden Muscheln gefunden. Diese lebten vor 35 Millionen Jahren im Schlick, also an Stellen, wo sich Süß- und Salzwasser mischten. Seitlich davon habe ein Sandstrand gelegen – offenbar hat sich daraus der erdölhaltige Sandstein entwickelt. Ernst Burgschwaiger sagte, man könne sich die Gegend im Westen bis Rattenkirchen und im Osten bis Mettenheim als Sandstrand vorstellen.

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